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Öko-Test untersucht Gesichtspflege: Elf Produkte fallen wegen kritischer Inhaltsstoffe durch

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine dunkelhaarige Frau cremt ihr Gesicht vor dem Badezimmerspiegel ein (Symbolbild).
Öko-Test hat 23 Gesichtscremes getestet, in elf Produkten fanden die Tester bedenkliche Inhaltsstoffe (Symbolbild). ©  imago images / blickwinkel

Gesichtspflege soll empfindliche Haut pflegen, ohne zu reizen. Eine Untersuchung von Öko-Test zeigt aber: Oft enthalten Gesichtscremes bedenkliche Stoffe, die sogar Allergien auslösen können. 

Mönchengladbach – Sensible Gesichtshaut benötigt in der kalten Jahreszeit besonders viel Pflege, denn Wind, Temperaturwechsel und Heizungsluft trocknen sie schnell aus. Eine Gesichtscreme mit der richtigen Dosis an Fett und Feuchtigkeit pflegt die Haut und hilft, ihre natürliche Schutzfunktion aufrechtzuerhalten. Doch nicht jedes Produkt können sich Verbraucher bedenkenlos ins Gesicht reiben, wie eine Testurteil von Öko-Test zeigt. Denn einige Gesichtscremes bekannter Marken enthalten Stoffe, die die Haut reizen oder sogar Allergien auslösen können.

Gesichtscreme im Öko-Test: Diese Gesichtscremes sind die Testsieger

Für die Untersuchung prüften die Tester insgesamt 45 Gesichtscremes im Labor auf ihre Inhaltsstoffe - darunter leichte Tagescremes, reichhaltige Cremes und Anti-Aging-Produkte. Da Anti-Falten-Produkte gegenüber reinen Feuchtigkeitscremes meist deutlich teurer sind, nahmen die Tester dabei auch die Anti-Falten-Werbeversprechen von 20 Herstellern genauer unter die Lupe.

Das positive Ergebnis: Die Hälfte aller Gesichtscremes, unter ihnen 14 zertifizierte Naturkosmetikprodukte, erhalten das Testurteil „sehr gut“ oder „gut“ und sind damit laut Öko-Test zu empfehlen:

Gesichtscreme im Öko-Test: Diese Produkte sind durchgefallen

Doch nicht alle Produkte konnten im Test überzeugen. So fanden die Tester in elf Gesichtscremes gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe, darunter Paraffine, Silikone, problematische Duftstoffe, PEG-Verbindungen und Kunststoffverbindungen. Das Urteil der Tester für diese Gesichtscremes: „ungenügend“.

Diese Produkte waren unter den Testverlierern:

Ein weiterer Kritikpunkt der Verbraucherschützer: Keiner der Hersteller von Anti-Aging-Cremes konnte seine Anti-Falten-Versprechen durch Studien belegen. So wurden den Testern entweder gar keine oder nur unvollständige Unterlagen bereitgestellt. Die Tester kommen deshalb zu dem Schluss, dass sich die getesteten Anti-Aging-Cremes in ihrer Wirkung nicht von normalen Gesichtscremes unterscheiden.

Gesichtscreme im Öko-Test: Bedenkliche Mineralölbestandteile und Formaldehyd

Doch welche Inhaltsstoffe konnten die Tester im Detail nachweisen? In der „Nivea Essentials Tagespflege 24h Feuchtigkeit + Frische“ fanden sie aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), die im Verdacht stehen, krebserregend zu wirken. MOAHs können über verunreinigte Paraffine in Gesichtscremes gelangen, die bei der Destillation von Erdöl entstehen und aufgrund ihrer Geruchs- und Farblosigkeit häufig in Kosmetika zum Einsatz kommen. Da sich Paraffine, anders als natürliche Öle, ohne Pflegeeffekt wie ein Film über die Haut legen, werden sie von Öko-Test als Inhaltsstoff in Cremes schon länger bemängelt. Paraffine und/oder Silikone befanden sich in insgesamt acht der getesteten Produkte.

Auch die Mouson-Creme fiel im Test durch, da sie Formaldehyd/-abspalter enthält. Formaldehyd kann die Haut und Schleimhäute reizen und allergische Kontaktekzeme auslösen. In größeren Mengen kann Formaldehyd das Erbgut schädigen und Krebs hervorrufen. (Kritische Inhaltsstoffe in Kindergeschirr: Produkte aus Melamin und Bambus oft schadstoffbelastet)

Gesichtscreme im Öko-Test: Vorsicht bei synthetischen Duftstoffen

Ebenfalls problematisch: Bestimmte Duftstoffe, wie Hydroxycitronellal und Cinnamylalkohol, die als Allergie-Auslöser bekannt sind und in acht der getesteten Cremes nachgewiesen wurden. Auch der synthetische Duftstoff Lilial ist mit Vorsicht zu genießen, das er sich in Tierversuchen als fortpflanzungsschädigend erwiesen hat. In den Produkten Mouson-Creme und Judith Williams zellaktivierende Tagescreme befanden sich zudem künstliche Moschus-Verbindungen, die sich im Fettgewebe anreichern.

Neun Gesichtscremes enthalten außerdem PEG-Verbindungen, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Die Konservieurngsstoffe Propyl- und/oder Butylparaben steckten in sieben Cremes und stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen. Zudem kritisieren die Verbraucherschützer den Einsatz von synthetischen Polymeren (Kunststoffverbindungen) in einigen getesteten Gesichtscremes, da sie die Umwelt belasten.

Gesichtscreme im Öko-Test: Tipps zur Anwendung von Gesichtscreme

Um die Haut im Herbst und Winter zu schonen, sollten Menschen mit einer empfindlichen Haut bei der Hautpflege einiges beachten:

Wer eine empfindliche Haut hat oder zu Kontaktallergien neigt und auf Nummer sicher gehen will, kann sich an dem DAAB-Logo des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) orientieren. Das Siegel wird an Produkte vergeben, die ohne allergiesierende Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe auskommen. (Reinigungsmilch im Öko-Test: Kritische Inhaltsstoffe in drei bekannten Marken - unter ihnen ein Apotheken-Produkt)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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