1. 24vita
  2. Verbraucher

Osteopathie für Babys boomt – aber die Studienlage ist mager

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kristina Wagenlehner

Osteopathie bei Babys boomt. Diese Alternativmedizin hat viele Anhänger und viele Kritiker – vor allem die Mediziner. Der Grund: Die Studienlage ist mager.

Hamburg – OsteopathInnen behandeln ausschließlich mit den Händen. Sie sind davon überzeugt, dass Krankheiten und Störungen oft dadurch entstehen, dass der Körper die Fähigkeit zur Selbstregulierung verliert und Blockaden entstehen. Das Ziel der Behandlung ist es, diese Blockaden und Gewebespannungen zu lösen und die Beweglichkeit wiederherzustellen, heißt es von Seiten des Verbands der Osteopathen Deutschland (VOD).

Osteopathie bei Babys boomt: Steigerung von 80 Prozent in einem Jahr

Immer mehr Babys werden von OsteopathInnen behandelt. Die DAK registrierte in der Altersgruppe der Null- bis Fünfjährigen von 2018 auf 2019 eine Steigerung von über 80 Prozent auf knapp 8900 Behandlungen. Insgesamt hätten sich deutschlandweit bereits mehr als zwölf Millionen Menschen von OsteopathInnen behandeln lassen, sagt der VOD mit Verweis auf eine Forsa-Umfrage.

Die komplette Osteopathie-Behandlung zahlen die Krankenkassen in der Regel nicht. Etwa 90 Prozent von ihnen zahlen aber Zuschüsse, darunter die AOK Nordost. „Seit der Einführung der Satzungsleistung Anfang 2019 haben über 13.000 Versicherte dieses Angebot genutzt, davon waren rund 2400 Kinder im Alter von null bis zwei Jahren. Der Trend geht dabei deutlich nach oben“, berichtet eine Sprecherin.

Osteopathie bei Babys: Meinungen gehen auseinander

Osteopathie bei Babys boomt: Die Studienlage

Die Osteopathie ist in zwei große Bereiche eingeteilt. Auf der einen Seite steht die viszerale Osteopathie, die den Schwerpunkt der Behandlung auf die inneren Organe und Gewebe legt. Auf der anderen Seite die kraniosakrale Osteopathie. Sie befasst sich mit dem Gehirn, dem Rückenmark und den Hirnhäuten. Darunter fällt beispielsweise einen verkürzten Muskel manuell zu dehnen. Während kraniosakrale Osteopathie tatsächlich wirksam sein kann, gibt es für die viszerale Osteopathie bisher kaum wissenschaftliche Belege. Jakob Maske ist Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte und sagt: „Wir sitzen seit Jahren mit dem Berufsverband der Osteopathen an einem Tisch und fordern Studien, die belegen, dass die Behandlungen wirken“.  IPPEN.MEDIA (Mit Material von dpa)

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare