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Plastikfreies Einweggeschirr: Studie stellt Schadstoffe und Chemikalien fest

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Von: Kristina Wagenlehner

Ein Junge hält eine Einweggabel und -messer in der Hand und formt damit ein X (Symbolbild)
In plastikfreiem Einwegbesteck sind häufig Schadstoffe enthalten (Symbolbild) © Petra Schneider-Schmelzer/Imago

Plastikfreies Einweggeschirr: Eine Studie des Europäischen Verbraucherbunds weist Schadstoffe und Chemikalien in plastikfreiem Einwegprodukten nach.

Brüssel – Tschüss To-go-Becher! Ab dem 3. Juli sollen keine neuen Einwegprodukte wie Einmalbesteck und -teller, Trinkhalme, Wattestäbchen und Luftballonstäbe aus Plastik mehr auf den Markt kommen. Dazu gehören auch To-go-Becher oder andere Lebensmittelbehälter und Getränkebecher aus Styropor.

Plastikfreies Einweggeschirr: Es ist nicht alles grün, was glänzt

Die Stelle des Einwegplastiks werden nachwachsende Materialien wie Bambus oder Papier einnehmen. Der Europäische Verbraucherbund (BEUC) untersuchte die ökologischeren Produkte auf Schadstoffe und andere Chemikalien. Diese Materialien sind die Alternativen für Einweggeschirr aus Plastik:

Plastikfreies Einweggeschirr: Mehr als Hälfte über den Grenzwerten

Die Verbraucherschützer untersuchten 57 Produkte in Frankreich, Dänemark, Italien und Spanien: Über die Hälfte aller Produkte beinhalteten Stoffe in Konzentrationen über den behördlichen Richtwerten. Darunter waren auch potenziell krebserregende Substanzen. Außerdem waren viele Produkte nicht komplett biologisch abbaubar.

In dem plastikfreien Einweggeschirr wurden unter anderem Rückstände von Pestiziden gefunden, die in der EU nicht zugelassen oder potenziell krebserregend sind: Dazu gehören Chlorpropanole sowie per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Über die Hälfte aller Produkte befand sich über den Grenzwerten (53 Prozent), 21 Prozent am Rande der Obergrenze. „Mehr als ein Viertel der untersuchten Produkte, die auf Clorpropanol getestet wurden, überschritten zum Beispiel den vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlenen Richtwert für 3-Monochlorpropandio (3-MCPD).“ schreibt Öko-Test.

Plastikfreies Einweggeschirr: Gesundheitliche Gefahren

Chlorpropanole sind im Haushalt unter anderem leider auch in Küchenrollen zu finden, wie Öko-Test herausfand. PFAS haben eine fett-, wasser- und schmutzabweisende Wirkung und werden daher gern als Beschichtung für Kaffeebecher und Outdoorkleidung verwendet. Laut dem BUND können PFAS auf die verpackten Lebensmittel übergehen und mit erhöhtem Krebsrisiko, Leber- und Fortpflanzungsschäden sowie Störungen des Hormonsystems in Verbindung gebracht werden. Kleidung sollten Sie daher immer vor dem Tragen waschen. Besonders häufig sind PFAS in Produkten zu finden, die von Fastfood-Ketten wie McDonald's, KFC, Nordsee, Subway oder Dunkin' Donuts verwendet werden. Eine bessere Alternative zu Einwegprodukte sind sowieso Mehrwegprodukte. Da ist es doch positiv, dass der Bundestag kürzliche eine Mehrwegpflicht für Gastronomen beschlossen hat.*

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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