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Preise explodieren: „Obst und Gemüse endgültig Luxusgut“

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Von: Kristina Wagenlehner

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Ein Karton auf dem „Für Essen und Trinken“ steht, lehnt an einer Laterne. Dahinter liegt ein Schlafsack. (Symbolbild)
Experten befürchten, dass mit dem Preisanstieg von Obst und Gemüse die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter auseinandergeht. (Symbolbild) © Hartmut Müller-Stauffenberg/Imago

Salat nur noch für Reiche? Nach der Preisexplosion für Obst und Gemüse warnen Sozialverbände: Geringverdiener können sich keine gesunden Lebensmittel mehr leisten.

Berlin – Salat und Tomaten sind derzeit fast vierzig Prozent teurer als noch im vergangenen Jahr. Die Preise für gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse sind im letzten Jahr explodiert. Wird gesundes Essen zum Privileg für Reiche?

Preise explodieren: Wenn der Salatkopf über zwei Euro kostet

Alles in allem sind die Preise für Nahrungsmittel laut dem Statistischen Bundesamt um 4,6 Prozent gestiegen. Doch das ist nur der Durchschnitt. Manche Produkte wie Salat und Tomaten sind seit 2020 fast 40 Prozent gestiegen. Bei Obst hingegen waren es „nur“ 2,5 Prozent.

„Obst und Gemüse werden für Geringverdiener und Menschen in Grundsicherung durch die Preissteigerungen endgültig zum Luxusgut, das sie sich nicht mehr leisten können“, sagt Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, gegenüber dem Tagesspiegel.

Die Frage nach dem „Warum“ ist leicht beantwortet. Energiepreise und Futtermittel sind deutlich teurer geworden, was die Preise des Endprodukts in die Höhe schnellen lässt. Vor allem seit der Corona-Pandemie kosten viele Lebensmittel mehr, teilweise fast doppelt so viel.*

Preise explodieren: Hartz-IV reiche nicht trotz Erhöhung

Experten befürchten, dass mit dem Preisanstieg von Obst und Gemüse die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter auseinandergeht. Sie warnen, dass der Preisanstieg soziale und gesundheitliche Folgen hat. Zwar wird im Januar 2022 der Hartz-IV-Regelsatz um drei Euro auf 449 Euro im Monat erhöht, dort sind die deutlich gestiegenen Verbraucherpreise aber noch nicht berücksichtigt.

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Aktuell sind in Hartz-IV fünf Euro am Tag für Lebensmittel vorgesehen. „Das reichte schon bisher nicht für eine ausgewogene Ernährung, wie Studien nachgewiesen haben“, sagte Bentele. „Dass der Regelsatz nun um lächerliche drei Euro erhöht wurde, bestätigt, wie konsequent die Regierung lebensnotwendige Bedürfnisse von Menschen in Grundsicherung ignoriert.“

Preise explodieren: keine Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel

Dass dies nicht so weitergehen kann, sieht auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK). Beide Verbände fordern, gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Nüsse von der Mehrwertsteuer zu befreien.

Dafür sprechen sie sich für eine Zuckersteuer aus. Zuckerbomben wie Softdrinks oder andere sollten höher besteuert werden – mit 29 Prozent. „Davon profitieren dann auch Familien mit einem schwachen sozio-ökonomischen Hintergrund, denen der Zugang zu frischem Obst und Gemüse so finanziell erleichtert wird“, sagte DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer gegenüber dem Tagesspiegel. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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