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Probleme im Bett: Corona kann Erektionsstörungen auslösen

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Von: Jennifer Köllen

Ein Mann sitzt auf dem Bett und stützt seinen Kopf in die Hände, seine Frau liegt im Bett (Symbolbild).
Eine Corona-Infektion kann zu Problemen im Bett führen. (Symbolbild) © Silverkblack/Imago

Nicht eine Impfung gegen Corona, sondern eine Covid-19-Infektion kann zu Pro­blemen mit der Potenz führen. Wissenschaftler sagen, was Männer wissen sollten.

Frankfurt – Im Internet kursieren viele falsche Gerüchte und Mythen über Nebenwirkungen einer Corona-Impfung. Eine davon: Nach der Impfung würde es bei Männern zu Potenzproblemen kommen. Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Beweise. Auch die Spermaqualität und -Menge ändert sich nach der Impfung nicht, wie Forscher der Universität Miami kürzlich in einer Studie herausfanden. Fest steht allerdings, und das ist wissenschaftlich erwiesen: Männer können wegen Corona tatsächlich Erektionsstörungen bekommen. Allerdings nicht nach einer Impfung – sondern nach einer Infektion.

Probleme im Bett: Corona kann Erektionsstörungen auslösen

„Es ist leicht vorstellbar, dass das Coronavirus die fragilen Gefäße im Penis so schädigt, dass das Endothel nicht mehr funktioniert und die Erektion nicht mehr klappt“, sagt Michael Zitzmann, Oberarzt in der Andrologie in der Universitätsklinik Münster zur Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Als Endothel bezeichnet man Zellen der innersten Wandschicht von Lymph- und Blutgefäßen. Diese befinden sich auch im Penis. Untermauert wird die Hypothese von anderen Ärzten. Wie die FAZ berichtet, fanden Urologen aus Miami Virenpartikel im Penisgewebe von zwei Covid-19-Patienten, die eine Penisprothese wegen schwerer Erektionsstörungen erhielten. Außerdem war die Konzentration des Enzyms eNOS verringert – diese gilt als Marker für ein funktionierendes Endothel. „Covid-19 ist letztendlich eine Krankheit des Endothels“, bestätigt auch der Kardiologe Thomas Felix Lüscher. Allerdings könnten Erektionsstörungen nach einer Corona-Infektion* auch andere Gründe haben.

Aus diesen Gründen kann es nach einer Corona-Infektion zu Erektions- und Potenzproblemen kommen:

Probleme im Bett: Erektionsstörungen können ganz unterschiedliche Ursachen haben

Doch keine Sorge. Wer sich mit Corona infiziert hat und jetzt unter Erektionsstörungen und Problemen mit der Potenz leidet, sollte erstmal alle anderen Möglichkeiten ausschließen. Denn Erektionsstörungen können sehr viele, ganz unterschiedliche Ursachen haben: zum Beispiel Diabetes, Rauchen, Medikamente, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen, Stress und Depressionen. Auch mit dem Alter werden Erektionsstörungen und Probleme mit der Potenz häufiger. Unter 40- bis 49-Jährigen ist knapp jeder zehnte Mann von einer erektilen Dysfunktion betroffen. Unter 60- bis 69-Jährigen schon jeder dritte, wie eine Untersuchung der Universität Köln zeigte.

Junges Paar mit Problemen im Bett (Symbolbild)
Erektionsstörungen und Potenzprobleme können ganz unterschiedliche Ursachen haben. (Symbolbild) © McPHOTO/Imago

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Probleme im Bett: Lassen Sie Erektionsstörungen nach einer Corona-Infektion vom Arzt abklären

Bei länger anhaltenden Problemen im Bett ist ihr Hausarzt der erste Ansprechpartner. Dieser kann Sie nach einem Gespräch sowie weiteren (Blut-)Untersuchungen an eine passende Facharztpraxis, etwa zu einem Urologen, überweisen. Je nach Ursache sind Spezialisten aus weiteren Disziplinen gefragt. Gut zu wissen: Nur, weil es ab und zu nicht klappt, handelt es sich noch lange nicht um ein Problem mit der Potenz. Von einer wirklichen Erektionsstörung spricht man erst, wenn die Probleme im Bett mindestens sechs Monate lang anhalten.

Probleme im Bett: Auch die Samenqualität könnte nach einer schweren Infektion verringert sein

Sie hatten eine Corona-Infektion und wollen bald Vater werden? Dann könnte es nicht schaden, wenn Sie ihr Sperma untersuchen lassen. In einer Auswertung des Chinese PLA General Hospital in Peking hatten die Infizierten mit schwererer Krankheit eine schlechtere Samenqualität als diejenigen mit milder Infektion. Bei der Auswertung wurden 28 Studien aus der ganzen Welt mit insgesamt 860 Männern berücksichtigt, heißt es im Bericht der FAZ. Allerdings hatten all diese Studien den Nachteil, dass man keinen Vorher-Nachher-Vergleich machen kann, da die Spermienqualität der Testpersonen vor der Erkrankung nicht bekannt war.

Fazit: Erektionsstörungen können an einer vorangegangenen Corona-Erkrankung liegen, aber auch andere Ursachen haben. Auch die Spermienqualität kann nach einer schweren Corona-Infektion beeinträchtigt sein. Wie lange, ist offenbar noch nicht bekannt. Sie wollen sichergehen? Dann lassen Sie sich von einem Arzt durchchecken. fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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