1. 24vita
  2. Verbraucher

Mentale Gesundheit: So gefährlich sind soziale Medien für die Psyche

Erstellt:

Von: Laura Knops

Kommentare

Soziale Medien wie Facebook und Instagram sollen uns mit anderen Menschen verbinden. Doch der ständige Gebrauch hat auch fatale Folgen für die Psyche.

Bochum – Nur kurz die Mails checken, schnell einem Freund antworten und die neuesten Nachrichten im Live-Ticker verfolgen: Nicht nur bei der Arbeit, auch in der Freizeit sind viele Menschen auf Smartphone oder Laptop angewiesen. Soziale Medien sollen uns – unabhängig von örtlicher Distanz oder Zeitunterschieden – miteinander verbinden. Gerade in der Corona-Pandemie haben die meisten allerdings noch mehr Zeit als sonst im Internet verbracht. Und obwohl soziale Netzwerke wie WhatsApp, Facebook und Co. das Leben erleichtern, kann der ständige Gebrauch enorme Folgen für die Gesundheit haben. Warum das so ist und was soziale Netzwerke mit der Psyche machen, verrät die Redaktion.

Mentale Gesundheit: So gefährlich sind soziale Medien für die Psyche

Während soziale Medien vor rund 20 Jahren noch eine absolute Ausnahme waren, gehören Apps wie Facebook, Instagram oder TikTok mittlerweile zum Alltag der meisten Menschen. Viele nutzen die sozialen Netzwerke beinahe täglich. Ob soziale Medien unser Leben tatsächlich verschlechtern oder gar einen positiven Einfluss haben, ist allerdings schwer zu sagen. So sind Studien in diesem Forschungsbereich nur schwierig durchzuführen.

Ein junges Mädchen schaut traurig auf ihr Smartphone. (Symbolbild)
Gerade Kinder und Jugendliche sollten nicht zu viel Zeit an Laptop und Smartphone verbringen. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Viele Studien konzentrieren sich zudem vor allem auf die negativen Einflüsse einer intensiven Social-Media-Nutzung. Einige legen dabei nahe, dass ein erhöhter Medienkonsum sogar die Entstehung von Krankheiten wie Depressionen und Angststörungen begünstigen kann. Da die Studien allerdings nur Zusammenhänge zeigen und keine kausalen Schlüsse zulassen, sollte man bei der Interpretation eher vorsichtig sein. So geben sie keine Antwort auf die Frage, ob Menschen mit einer depressiven Veranlagung häufiger soziale Medien nutzen oder Menschen aufgrund ihres Social-Media-Konsums depressiv werden.

Mentale Gesundheit: Ständige Ablenkung und sozialer Vergleich belasten die Psyche

Doch obwohl die Studien nur Zusammenhänge zeigen, geben die Ergebnisse allen Grund zur Sorge. Denn gerade Kinder und Jugendliche sind durch den häufigen Gebrauch sozialer Netzwerke immer öfter sozialen Vergleichen, ständiger Ablenkung und Gefahren wie Cybermobbing oder Belästigungen ausgesetzt. Viele Jugendliche, aber auch zahlreiche Erwachsene, scheinen also unter den Auswirkungen eines regelmäßigen Konsums sozialer Medien zu leiden.

Forscher der Universität Montreal fanden in einer Langzeitstudie mit rund 4.000 Jugendlichen heraus, dass je mehr Zeit Teenager in sozialen Medien verbrachten, umso stärker litten sie unter depressiven Symptomen. Auch ein Zusammenhang zwischen der Intensität der Nutzung sozialer Medien und dem Auftreten depressiver Symptome scheint mittlerweile eindeutig zu sein.

Mentale Gesundheit: Gerade Instagram fördert den Vergleich

Viele Menschen, die regelmäßig Social Media nutzen, berichten von sozialem Druck und dem ständigen Gefühl, erreichbar zu sein. Denn beim Scrollen durch die App entsteht häufig das Gefühl: Die anderen haben mehr Spaß und erleben aufregendere Dinge. In allen möglichen Bereichen scheint man selber eher schlechter abzuschneiden. Dass Bilder und Posts häufig auf gestellten Szenen und Photoshop basieren, ist vielen dabei nur selten wirklich bewusst.

Für den negativen Effekt sozialer Medien auf die Psyche vermuten Experten neben dem sozialen Vergleich unter anderem diese Ursachen:

Wer ständig die schönen Bilder der anderen sieht, fühlt sich schnell, einsam und ausgeschlossen. Bei vielen Menschen scheinen die Bilder zudem Gefühle innerer Unsicherheit und Selbstwertprobleme auszulösen, wie die amerikanische Psychologin und Jugendforscherin Jean Twenger gegenüber „Medical News Today“ erklärte.

Mentale Gesundheit: Machen soziale Medien unglücklich?

Die gute Nachricht: Es gibt einige Hinweise drauf, dass soziale Medien auch positive Effekte auf unseren Alltag haben. So können WhatsApp, Facebook und Co. helfen, den Kontakt zu Freunden und Bekannten zu pflegen, die wir sonst nur selten sehen. Auch unterstützen die Netzwerke Menschen dabei, neue Kontakte zu knüpfen.

Viele Menschen informieren sich zudem über die Plattformen und loben deren kreative Aspekte, die ihnen als Inspiration dienen. Studien weisen außerdem darauf hin, dass der Online-Kontakt mit anderen, die ähnliche psychische Probleme haben, dazu führen kann, sich weniger allein zu fühlen. Allgemein gilt jedoch: Nur wer auch im realen Leben gut vernetzt ist, kann sein soziales Leben auch online pflegen.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Mentale Gesundheit: Mit weniger Facebook, Instagram & C. zu mehr Wohlbefinden

Wie gut es tut, weniger Zeit auf sozialen Medien zu verbringen, haben Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum untersucht. Dabei fanden sie heraus: Wer seine Facebook-Nutzung um 20 Minuten pro Tag reduziert, konsumiert und postet nicht nur weniger. Die Probanden fühlten sich auch besser, rauchten weniger und bewegten sich mehr. Zudem nahmen suchtartige Symptome der Onlinenutzung ab.

Wann Sie das Smartphone besser weglegen sollten, hängt ganz von Ihrem Wohlbefinden ab. Denn wie viel Internet pro Tag guttut, ist individuell sehr verschieden. Überlegen Sie sich bewusst, ob sich schon vor dem Frühstück auf das Smartphone schauen müssen und in welchen Situationen Sie auch mal auf Ihr Handy verzichten können. Eltern sollten zudem die Nutzung von Smartphones und Laptops bei ihren Kindern kontrollieren. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare