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RS-Virus: So gefährlich sind die Atemwegsinfektionen für Kinder

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Von: Jennifer Köllen

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Das RS-Virus legt derzeit viele Kinder flach. Kinderkrankenhäuser müssen die kleinen Patienten sogar in andere Häuser verlegen. So gefährlich ist RSV wirklich.

München – Nicht nur Corona, sondern auch das RS-Virus beschäftigt derzeit viele Ärzte. In ganz Deutschland melden die Kinderkliniken seit Wochen einen sprunghaften Anstieg der Atemwegsinfektionen. Diese treffen besonders die Kleinsten: Säuglinge, Klein- und Grundschulkinder.

In Rostock war die Lage vergangenen Freitag (22.10.2021) bereits so dramatisch, dass kranke Kinder stundenlang nicht in der Uni-Klinik aufgenommen werden konnten. Einige mussten in andere Kliniken verlegt werden. Das berichteten Kinderärzte der „Ostseezeitung“. In anderen Teilen Deutschlands sieht es nicht besser aus.

RS-Virus: So gefährlich sind die Atemwegsinfektionen für Kinder

In Schleswig-Holstein nahmen erste Kliniken ebenfalls keine Kinder mehr auf, wie die „Kieler Nachrichten“ am Freitag berichteten. „Im ganzen Ruhrgebiet sind wir hier am Anschlag“, sagte auch Dominik Schneider, der Direktor der Dortmunder Kinderklinik, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND). Und eine Aussicht auf Besserung ist derzeit nicht in Sicht. Der Oberarzt des Kinderklinikums Augsburg, Dr. Michael Gerstlauer, sagte im Gespräch mit dem „BR“: „Wir sind am Anfang einer Infektionswelle, von der wir nicht wissen, wie lang sie dauern wird, und von der wir auch nicht wissen, wie hoch sie noch schwappen wird.“
(Lesen Sie auch „Alle Betten voll: Alarm in bayerischer Kinderklinik - schwerer Atemwegsinfekt grassiert“)*

Ein Kind schläft in einem Bett im Kinderkrankenhaus (Symbolbild)
Wegen des RS-Virus’ sind in Deutschland derzeit viele Kinderkrankenhäuser überfüllt. (Symbolbild) © Bialasiewicz/Imago

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RS-Virus: Kinderkrankenhäuser überfüllt – Arzt kann Eltern in einem Aspekt beruhigen

Viele Eltern machen sich derzeit Sorgen. Vor allem Kleinkinder können von dem RS-Virus schwere Verläufe mit Bronchitis und starker Atemnot bekommen. Im schlimmsten Fall müssen sie künstlich beatmet werden. Ist das Virus dieses Jahr gefährlicher als sonst?

Oberarzt Martin Wetzke ist Experte im Bereich Lungen­erkrankungen im Kindesalter, und insbesondere für Infektionen mit RS-Viren. Trotz der angespannten Lage in vielen Krankenhäusern kann er besorgte Eltern beruhigen. „Das Virus ist nicht gefährlicher geworden, es sind einfach mehr Kinder betroffen“, sagt Wetzke im Interview mit dem RND.

Der Grund für den plötzlichen, starken Anstieg der Infektionen: Das Immunsystem der Kinder ist nach den Kontaktbeschränkungen nicht mehr trainiert, die Kleinen haben keine Antikörper gegen das RS-Virus aufbauen können. Aus diesem Grund schleppen derzeit so viele Kinder die Atemwegsinfektionen aus Kitas und Kindergärten mit nachhause. (Lesen Sie auch: „Erkältung: Diese Hausmittel aus dem Supermarkt helfen bei Husten und Schnupfen“)

RS-Virus: Kinderkrankenhäuser überfüllt – wie viel Angst müssen Eltern vor dem RS-Virus haben?

RSV sei für kleine Kinder zwar deutlich bedeutender als Corona – trotzdem sei Angst nie ein guter Ratgeber, so Wetzke. Letztendlich würden alle Kinder irgendwann eine RSV-Infektion durchmachen. Mehr als 80 Prozent aller Kinder würden sie bis zum Ende des zweiten Lebensjahres bekommen. Das könne man auch nicht vermeiden. „Allerdings kann man Risikokinder schützen“, so der Spezialist.

Eltern dieser Kinder sollten besonders vorsichtig sein:

Aber wie kann man diese Kinder schützen? Wetzke erklärt, dass man mit „einer Rotznase“ natürlich nicht zu einer Familie gehen solle, die ein sehr kleines Kind hat. „Für sehr früh geborene Kinder oder auch jene mit Herzfehler gibt es auch Immunisierungsstrategien mit einer passiven Impfung. Da das aber sehr aufwendig ist, ist das diesen besonders gefährdeten Kindern vorbehalten.“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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