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Schadstoffe in Regenkleidung: Daran erkennen Sie chemiefreie Textilien

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Von: Jasmina Deshmeh

Zwei Frauen in Regenmänteln stehen vor einem dunklen Hintergrund und schauen in den Himmel (Symbolbild).
Regenkleidung kann Weichmacher, Anti-Schimmelmittel und andere Schadstoffe enthalten . Polyethylen oder Polyester sind eine verträgliche Alternative (Symbolbild). © IMAGO / Westend61

Regenkleidung soll vor Nässe, Wind und Kälte schützen und dabei möglichst atmungsaktiv sein. Doch die vielen Funktionen haben ihren Preis – einige Materialien sind mit ungesunden Chemikalien belastet.

Frankfurt am Main – An kalten und nassen Tagen brauchen wir regenfeste Kleidung wie Gummistiefel, Matschhosen und Regenmäntel. Wasserabweisende Materialien können aber Schadstoffe enthalten, wie Produkttests von Verbraucherschützern immer wieder zeigen. Das ist vor allem deshalb bedenklich weil Regenkleidung besonders häufig von (Klein)Kindern getragen wird. Es gibt aber Möglichkeiten, den bedenklichen Substanzen aus dem Weg zu gehen.

Schadstoffe in Regenkleidung: Schlecht für Gesundheit und Umwelt

Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat zuletzt im Jahr 2015 Regenkleidung für Kinder auf Schadstoffe überprüft. Ähnlich wie auch in vorangegangenen Untersuchungen zeigte sich dabei: Offenbar ist es schwer, schadstofffreie Regenkleidung herzustellen. Denn um Produkterwartungen wie Regendichte, Strapazierfähigkeit und Atmungsaktivität – und das auch noch bei schicken, bunten und leichten Textilien – zu erfüllen, greifen viele Hersteller zu Materialien und Produktionsmethoden, die nicht unbedingt gesund sind. Bei diesen chemischen Verfahren bleiben häufig Rückstände in der Regenkleidung zurück, nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Umwelt belasten.

So fielen allein in diesem Test zehn von zwölf Produkte wegen zu vielen Schadstoffen mit dem Urteil „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Unter den gefundenen Schadstoffen: Cadium in einem Etikett, giftige Schwermetalle (Blei und Chrom) sowie polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Letztere können über Haut und Atemwege in den Körper gelangen, einige von ihnen sind krebserregend. Ein weiterer Kritikpunkt der Tester: Weichmacher. Sie steckten in elf der getesteten Produkte, unter ihnen fortpflanzungsgefährdende Phthalate und krebserregende phosphororganische Verbindungen. Andere Weichmacher können schon in geringen Mengen den Hormonhaushalt des Menschen durcheinander bringen.

Schadstoffe in Regenkleidung: Auch Outdoor-Bekleidung teils stark belastet

Chemische Rückstände finden sich aber nicht nur in Regenkleidung. Auch Outdoor-Textilien sind oft belastet, wie Öko-Test verweist. Dabei gilt: Je mehr Hightech-Funktionen ein Kleidungsstück besitzt, desto mehr Chemie ist für die Produktion nötig. Verbraucher sollten sich deshalb genau überlegen, welche Erwartungen sie an Outdoor-Bekleidung haben. Beispielsweise braucht es keine Wassersäule von 30.000 Millimeter für eine einfache Wanderung im Mittelgebirge.

Schadstoffe in Regenkleidung: Gewachste Wolle und Naturkautschuk statt PFC

Doch was tun, um belasteten Materialien aus dem Weg zu gehen? Wer Regenkleidung oder andere Funktionstextilien kauft, sollte in jedem Fall auf PFC-freie Materialien (ohne per- und polyfluorierte Carbone) achten. Einige Hersteller sind nach Angaben der Verbraucherschützer dafür bekannt, dass sie ausschließlich ohne diese Substanzen produzieren, darunter Vaude, Jack Wolfskin oder Rotauf. Verbraucher erkennen PFC-freie Kleidung an Bezeichnungen wie „Fluorocarbon Free DWR“ im Etikett oder dem Produktanhänger.

Eine Alternative ist zum Beispiel auch Regenkleidung aus gewachster Baumwolle. Sie ist sowohl für die Gesundheit als auch für die Umwelt verträglicher als Kunststoffmaterialien. Bei Gummistiefeln bieten sich Produkte aus Naturkautschuk an. Dabei handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff, der umweltschonend geerntet wird und dabei durchaus langlebig ist Auch die Entsorgung ist einfacher als bei herkömmlicher Regenkleidung, die laut dem Umweltverband BUND aufgrund der vielen Schadstoffe eigentlich ein Fall für den Sondermüll wäre. Vorsicht ist allerdings bei Allergien gegen Naturlatex oder Neurodermitis geboten, da es bei diesen Erkrankungen zu kontaktallergischen Reaktionen kommen kann.

Schadstoffe in Regenkleidung: So schonen Verbraucher die Umwelt

Wer synthetische Materialien bevorzugt und trotzdem Wert auf umweltfreundliche Materialien legt, sollte zu Regenkleidung aus Recyclingfasern greifen. So gibt es beispielsweise recyceltes Polyester aus Plastikflaschen, dessen Herstellung deutlich weniger Energie benötigt als die von Fasern aus Rohöl und auch weniger CO2 ausstößt.

Weitere Tipps:

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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