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Vorsicht, Schlaganfall: Darum sollten Sie im Genick nicht mit den Gelenken knacken

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Von: Jennifer Köllen

Ein Mann hält sich mit der Hand sein Genick (Symbolbild)
Mit Gelenken zu knacken ist meist harmlos. Aber im Genick sollte man es lassen. (Symbolbild) © Imago

Knacken bis der Arzt kommt: Ein Mann knackst mit seinem Genick und fühlt sich danach komisch. Die Diagnose im Krankenhaus: Schlaganfall. So geht es ihm heute.

Oklahoma – Ob mit den Fingern, den Zehen oder den Knien: Manchmal tut es einfach gut, seine Gelenke knacken zu lassen. Man fühlt sich gelockert und ist fasziniert über das Geräusch der Knochen. Meist ist das Knacken mit Gelenken ungefährlich, sagen Ärzte. Beim Ziehen am Gelenk oder durch Bewegungen platzt ein Gasbläschen, das sich zum Beispiel durch eine steife Körperhaltung im Gelenk gebildet hat.

Man bewegt sich, und das Bläschen platzt laut. Es knacken also nicht wirklich die Knochen, sondern die Bläschen. Obwohl das Geräusch heftig klingt, ist es harmlos. Doch es kann auch gefährlich werden. Ein Mann aus den USA hat mit seiner Angewohnheit, sein Genick knacken zu lassen, sogar sein Leben riskiert.

Vorsicht, Schlaganfall: Mann knackt mit dem Genick und kann sich nicht mehr bewegen

Josh Hader (31) arbeitet im Homeoffice am Laptop. Wie so oft streckt er seinen Hals, der schon länger schmerzte. „Ich habe mit meiner Hand etwas mehr Druck ausgeübt und dann ein Knacken gehört“, sagt Hader gegenüber NBC News. „Dann fing alles auf meiner linken Seite an, taub zu werden.“ Sein Schwiegervater bringt Hader sofort ins Krankenhaus. In der Notaufnahme angekommen, kann sich Hader bereits nicht mehr ohne fremde Hilfe bewegen, stolpert, kann nicht gerade gehen.

Sie knacken gerne mit Gelenken? Kein Problem. Aber in diesen Fällen sollten Sie zum Arzt gehen:

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Vorsicht, Schlaganfall: Das passierte dem Mann beim Knacken mit den Gelenken im Genick

Was war da passiert? Bei einem CT-Scan stellten die Ärzte fest: Hader hatte durch das Knacken im Genick offenbar eine Arterie verletzt. Dies hatte den Blutfluss zum Gehirn unterbrochen. Das Ergebnis: ein Schlaganfall*. Die Ärzte hatten noch circa zwölf Minuten Zeit, durch ein Medikament das Blutgerinnsel zu behandeln.

Auch danach litt Hader noch unter Gleichgewichtsstörungen und einer verschwommenen Sicht. Im Krankenhaus musste er noch drei Tage lang eine Augenklappe tragen. Und auch die Monate darauf litt der zweifache Familienvater noch unter den Folgen seines Genick-Knackens.

Heute scheint es Hader wieder gutzugehen. Auf seinen Social-Media-Accounts postet er Fotos, die ihn lachend mit seiner Familie zeigen. Hader hatte also noch mal Glück im Unglück.

Falls Sie auch gerne mit dem Genick knacken – denken Sie das nächste Mal lieber noch mal darüber nach, ob das eine gute Idee ist. Das Gerinnsel wurde bei Harder durch einen kleinen Riss in einer Wirbelarterie verursacht. Die Ärzte hätten ihm gesagt, die „direkte Ursache“ des Schlaganfalls sei das Strecken seines Halses gewesen, sagt Harder. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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