1. 24vita
  2. Verbraucher

Selbstbewusstsein steigern und stärken: So gelingt es

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kristina Wagenlehner

Wie wir uns selbst sehen, bestimmt, wie wir durchs Leben gehen. Warum aber fällt es so schwer, das Selbstbewusstsein langfristig zu steigern und zu stärken?

Berlin – Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen: Das Bild, das wir von uns selber haben, beeinflusst die persönliche Lebensqualität. Die Faktoren, die das eigene Selbstbild formten, hatten wir aber zum Teil gar nicht selbst in der Hand.

Selbstbewusstsein: Die Gene spielen eine Rolle

Wie wir uns selbst sehen, ist zum Teil fest verankert. Jenny Wagner vom Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin nennt es einen unveränderlichen Kern. Eine Studie der University of California in Davis fand heraus, dass der eigene Selbstwert zu einem Drittel von den Genen bestimmt wird. Die Basis dieser Aussage war eine Zwillingsstudie. So hatten eineiige Zwillinge, die genetisch identisch sind, im Schnitt ein Selbstbewusstsein, das ähnlicher war als das der zweieiigen Zwillinge.

Selbstbewusstsein: Welche Rolle die Eltern spielen

Behandeln Eltern ihre Kinder gut? Werden die Kinder gefördert, bekommen Aufmerksamkeit und ihre Bedürfnisse werden erfüllt? Der Entwicklungspsychologe Ulrich Orth von der Universität Bern fand heraus: Je mehr davon zutrifft, desto mehr entwickelten die Kinder eine positive Einstellung zu sich selbst. Wer als Kind zu wenig Beachtung bekommen und negative Denkmuster übernommen hat, hat daran womöglich bis ins Erwachsenenalter zu knabbern. Besonders schwierig ist es für Kinder, deren Eltern narzisstische Züge aufweisen.

Selbstbewusstsein: Du bist gut, so wie du bist

Aber es ist nicht so einfach: Denn nicht jedes Lob ist, laut dem niederländischen Psychologen Eddie Brummelman, förderlich. Wer seine Kinder allzu überschwänglich lobt, erreicht mitunter das Gegenteil, zumindest wenn das Selbstwertgefühl bereits schwach ist. Denn Lob ist zugleich eine Bewertung. Das kann Kinder unter Druck setzen, um diesen Erwartungen gerecht zu werden. Brummelmann rät deshalb den Eltern, dass sie die Anerkennung und Beachtung ihrer Kinder nicht an Bedingungen oder Leistungen knüpfen. Sondern, dass sie ihre Kinder vorbehaltlos akzeptieren – so wie sie sind.

Ein weiterer Baustein des Selbstbewusstseins ist, ob man sich einer Gruppe sozial zugehörig fühlt oder nicht. Ein stabiles Netz aus Partnerschaft, Freunden und Familie bietet Schutz und Sicherheit „man selbst sein zu können“.

Selbstbewusstsein: Warum zu wenig davon so anstrengend ist

„Soll ich?“, „Bin ich?“ „Habe ich?“: Jeder der seine eigenen Fähigkeiten schon einmal infrage gestellt hat, weiß wie anstrengend das sein kann. Grübeln und die Angst Fehler zu machen*, rauben Energie. Herauskommt dabei meist relativ wenig. Die oft zitierte Angst, die ja in der Steinzeit davor schützen sollte, um nicht als Hackfleisch eines Säbelzahntigers zu enden, brauchen wir heute nur noch selten. Kurzum: Ein niedriges Selbstwertgefühl ist unangenehm und bringt wenig.

Selbstbewusstsein: Ein negatives Selbstbild ist hartnäckig

Dass es gar nicht so einfach ist, sein Selbstbewusstsein aufzupeppen, beweist die Masse an Ratgebern zu dem Thema. Titel wie „Selbstvertrauen für Dummies“, „Selbstbewusstsein stärken. Selbstzweifel überwinden“ oder „Unfuck yourself“ türmen sich in den Bücherläden, online wie offline. Laut der Bamberger Persönlichkeitspsychologin Astrid Schütz liegt das an dem Konsistenz-Motiv des Menschen.

Der Mensch blendet Informationen aus, die dem eigenen Selbstbild widersprechen: „Wenn wir uns für unattraktiv halten und uns dann jemand sagt: Mensch, du siehst ja super aus!, dann unterstellen wir möglicherweise, der andere wolle uns schmeicheln“, sagt Schütz gegenüber dem Magazin Spektrum. Menschen mit geringem Selbstbewusstsein beachten vor allem ihre Schwächen. „Sie vergleichen sich zum Beispiel häufig mit Personen, die in bestimmten Bereichen besser sind als sie“, sagt Schütz. Dabei vergessen sie ihre Talente in anderen Bereichen. Dem nicht genug: Wer ein schlechtes Bild von sich hat, dem fällt es wiederum schwerer beispielsweise einen guten Beruf zu finden, den man aber für mehr Selbstakzeptanz so dringend bräuchte.

Selbstbewusstsein: Wie Sie es stärken und steigern können

Ein negatives Selbstbild kann großes Leid verursachen und zu Krankheiten wie Depressionen führen. Es ist aber keine Einbahnstraße. Helfen können beispielsweise eine Therapie oder ein Coaching und auch kleine Schritte im Alltag können Balsam für das Selbstwertgefühl sein. Tipps, die das Selbstwertgefühl steigern und stärken können:

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare