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Sonnenschutz: Sie hassen es, sich einzucremen? Es gibt Alternativen

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Von: Jennifer Köllen

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Das Gesicht glänzt, das Shirt pappt am Körper. Manche finden Sonnencreme furchtbar. Dennoch ist sie als Schutz unerlässlich. Doch es gibt Alternativen.

München – Wir alle lieben den Sommer. Es ist heiß? Raus an den See oder den Strand. Spätestens dort heißt es: einschmieren! Doch manche Menschen nervt das Gesprühe und Gecreme ungemein. Und das ja nicht nur einmal, sondern mehrmals am Tag. Die Sonnencreme pappt am Körper und vermischt sich mit Schweiß und Sand zu einer schmierigen Soße. Und weiße Shirts werden unter den Achseln beige. Schön ist das nicht. Aber muss eben sein. Schließlich ist Cremen die einzige Möglichkeit, keinen Sonnenbrand (und eventuell Hautkrebs) zu bekommen. Doch es gibt tatsächlich Alternativen.

Sonnenschutz: Einfach als Pille schlucken? Das ist bald möglich

Zwei deutsche Wissenschaftler aus Mainz haben es tatsächlich geschafft: Sie haben eine Pille entwickelt, die im Körper einen natürlichen und vor allem permanenten Sonnenschutzfaktor von 15 entwickeln soll. In der Pille der Molekularbiologen Patrick Schmitt und Bernhard Lieb steckt ein Mix aus Gemüse und Obst, natürlich in extrem hoher Konzentration. Die Inhaltstoffe des Brokkoli sollen Zellmutationen verhindern und so vor Hautkrebs schützen. Außerdem enthalten: Granatäpfel und eine Blutregenalge aus Hawaii. Das Ölextraktgemisch ist bereits patentiert und soll bald auf den Markt kommen.

Sonnenschutz: In 10 Sekunden von oben bis unten mit Sonnencreme eingesprüht

Keine Lust sich ständig einzucremen hatte auch die New Yorkerin Kristen McClellan. Daher entwickelte sie einen Automaten, der über mehrere Düsen eine Person in zehn Sekunden von Kopf bis Fuß mit Sonnencreme einsprühen kann. Und das mit Lichtschutzfaktor (LSF) 15, 30 oder 40.

Diverse Hotels und Resorts in den USA, Mexiko und der Karibik bieten ihren Gästen den Sonnencreme-Automat bereits an. Einfach im Hyatt, Ritz Carlton oder Marriott nach dem SnappyScreen fragen. In ein Luxushotel fahren, nur um sich das Eincremen zu sparen? Das ist schon sehr dekadent. Es geht auch günstiger...

Ein Kind wird auf einer Sonnenliege von der Mutter mit Sonnencreme eingecremt. (Symbolbild)
Mit Sonnencreme eingeschmiert werden, mögen viele Kinder nicht. (Symbolbild) © imagebroker/Imago

Sonnenschutz: So easy machen es die Surfer

Die Pille gibt es noch nicht, und Luxushotel ist zu teuer. Also eincremen? Nicht unbedingt. Das wissen Surfer schon länger. Da sie sich den ganzen Tag im Wasser aufhalten, und das häufig an Orten, an denen die Sonne sehr stark ist, brauchen sie natürlich einen starken Schutz. Auch für Schwimmer und Schnorchler gut zu wissen: 60 Prozent aller UV Strahlen dringen noch mindestens 50 Zentimeter tief ins Wasser ein. Doch ständig aus dem Wasser laufen und eincremen? Zu stressig. Surfer ziehen sich einfach einen Rash Guard an. Das ist ein Longsleeve aus Lycra, der einen UV-Schutz von 50 hat. Auch Hosen gibt es aus Lycra. Das Eincremen, zumindest am Körper, können sie sich also komplett sparen. Ins Gesicht kommt dafür eine spezielle Zinkcreme, die besonders gut vor Sonne schützt. Und für die Pause am Strand? Surf-Hersteller verkaufen auch normale T-Shirts mit einen UV-Schutz von 50.

Auch für Wanderer und Radler gibt es T-Shirts und Hosen aus UV-undurchlässigen Material zu kaufen. Solche Schutzkleidung ist auch für Kinder sehr empfehlenswert. Wichtig: Setzen Sie beim Kauf auf bewährte Qualität.

Übrigens: Dunkle Kleidung schützt genauso gut, wie Sonnencreme. Ziehen Sie sich schwarz an, und Sie brauchen sich nur noch die freiliegenden Hautstellen einschmieren. Denn schwarzer Stoff absorbiert ganze 97 Prozent aller Strahlung. Chemiefasern schützen dabei wesentlich besser als Baumwolle.

Sonnenschutz: Frauen können für das Gesicht Seren und Puder mit Lichtschutzfaktor verwenden

An der Sonnencreme stört Sie vor allem der schmierige, fettige Film auf der Haut? Mittlerweile gibt es spezielle Hautseren, welche einen Lichtschutzfaktor von 30 enthalten. Neben dem Schutz vor UV-Strahlen spendet so ein Serum Feuchtigkeit für die Haut, da es nährende und pflegende Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure enthält. Darüber kann dann eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor 30 aufgetragen werden. Und zu guter Letzt mattiert ein Puder mit LSF das Gesicht. Fertig ist ein Make-up mit Sonnenschutz. Ganz ohne Sonnencreme. Aber bitte beachten: Am Strand und bei höherer UV-Belastung reicht dieser Schutz dennoch nicht.

Sonnenschutz: Sonnencreme ist immer noch der beste Schutz

Bis auf die UV-Kleidung gibt es bisher keine Alternative, die uns so gut vor den UV-Strahlen schützt, wie die Sonnencreme. Wie wichtig Sonnenschutz ist, zeigen die Hautkrebszahlen. Hautkrebs ist die häufigste Krebsform in Deutschland (200.000 Neuerkrankungen pro Jahr) und oft eine Spätfolge von Sonnenbrand. Also: Augen zu und durch. Bitte mit einem für Ihre Haut ausreichendem Lichtschutzfaktor. Für Ihre Gesundheit, und eine möglichst lange faltenfreie Haut.

Ihnen graut es dennoch vor dem Gepappe der Creme, die nicht einzieht? Mittlerweile gibt es auch Cremes, die versprechen, besonders schnell einzuziehen, nicht zu kleben und keine Rückstände zu hinterlassen. Einfach in der Apotheke fragen.

Sonnenschutz: Warum Sonnencreme schlecht für die Umwelt ist

Langfristig wäre es auch wegen der Klimaerwärmung wichtig*, dass wir Menschen eine wirklich wirkvolle Alternative zur Sonnencreme finden. Der Grund: Jedes Jahr gelangen 14.000 Tonnen Sonnencreme in die Weltmeere. Vor allem Korallenriffe leiden unter der Belastung und sterben ab. Der US-Bundesstaat Hawaii hat sich deshalb für einen radikalen Schritt entschieden: Ab diesem Jahr ist Sonnenmilch, welche die Wirkstoffe Oxybenzon und Octinoxat enthält, verboten. Der Grund: Wissenschaftler hatten herausgefunden, dass diese beiden Wirkstoffe das Absterben der Korallenriffe hervorrufen und zu einem ökologischen Ungleichgewicht des Meeres führen.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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