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Corona: Spahn kippt 50er-Inzidenz – das ändert sich in unserem Alltag

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Von: Jennifer Köllen

Jens Spahn will die 50er-Inzidenz kippen. Was ändert sich jetzt für uns? Und was passiert, wenn die Zahlen wieder steigen?

Berlin – Einen Lockdown im Herbst und Winter wollen Politiker verhindern, wie sie derzeit nicht müde werden zu betonen. Einen Lockdown werde es, zumindest für Geimpfte und Genesene, nicht geben, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Ob das nur vor der Wahl gilt, oder auch danach, werden wir sehen. Fest steht schon jetzt: Der bisherige Gradmesser für Schließungen, die sogenannte 50er-Inzidenz, wird gekippt. Spahn will so schnell wie möglich das Infektionsschutzgesetz ändern lassen*. „Die 50er Inzidenz, wie sie aktuell im Gesetz steht, hat ausgedient“, sagte er in einem Interview mit dem ZDF. Und er hat die Unterstützung des Bundestags.

Das Corona-Kabinett mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Fachministerinnen und -ministern hat sich darauf geeinigt, dass künftig keine Einschränkungen mehr auf der Grundlage einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 oder höher greifen. Stattdessen soll die Belastung in den Krankenhäusern als neuer Maßstab gelten. Die sogenannte Hospitalisierung ist die Zahl der Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus liegen.

Corona: Spahn kippt 50er-Inzidenz – ein „falsches Signal“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) sprach sich klar gegen die geplante Abkehr von der Inzidenz als wichtigen Corona-Wert aus. Dies sende „ein falsches Signal“, sagte er dem Fernseh-Sender Phoenix. So, als ob die Inzidenz gar nicht mehr wichtig wäre.

Viele Ärzte befürworten hingegen die Abkehr zur 50er-Inzidenz. Es sei längst überfällig, dass bei der Bewertung des Infektionsgeschehens mehr Aspekte einbezogen werden, betonte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt in der Rheinischen Post. Er spricht von einer derzeit „moderaten“ Belastung des Gesundheitswesens. Und diese Belastung werde vor allem durch ungeimpfte Personen verursacht, die sich mit dem Virus infizieren.

Corona: 50er-Inzidenz von Spahn gekippt – was bedeutet das für Besuche im Restaurant oder der Schule?

Tatsächlich hat man durch den Wegfall der 50er-Inzidenz das Gefühl, es gehe bergauf – und das trotz aktuell steigender Zahlen. Denn mit dem Wegfall der 50er-Inzidenz gehören sämtliche Einschränkungen in Restaurants und Bars, beim Shoppen, bei privaten Treffen oder in der Schule der Vergangenheit an. Was stattdessen gilt? Die 3G-Regel, die Nachweis- und Testpflicht. Sie tritt ab einer Inzidenz von 35 in Kraft, und besagt: Rein kommt nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Auch, wenn ein Ort die 50er Inzidenz übersteigt, ändert sich daran nichts.

Zunächst wirkt das Kippen der 50er-Inzidenz wie ein Schritt in die Freiheit. Die Frage ist: Trügt das? Denn was passiert, wenn immer mehr Corona-Infizierte in den Krankenhäusern liegen? Oder sich eine neue, noch ansteckendere Mutation durchsetzt? Einen Lockdown werde es, zumindest für Geimpfte und Genesene, wie gesagt nicht geben, laut Spahn jetzt. Doch wer weiß, wie sich die Lage in den nächsten zwei Monaten verändert.

Corona: 50er-Inzidenz gekippt – Geimpfte und Genese sollen es leichter haben

In Zukunft hält er eine sogenannte 2G-Regel (geimpft oder genesen) für einen „vernünftigen Weg“. „Geimpfte und Genese sollen es durchaus leichter haben“, sagte er im Interview mit der ARD-Nachrichtensendung Tagesthemen. Ist das dann die Impfpflicht durch die Hintertür?

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind mittlerweile 59 Prozent der deutschen Bevölkerung vollständig gegen das Corona-Virus geimpft. Seit einer Woche empfiehlt die Ständige Impfkommission auch die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren.

Das Bundesgesundheitsministerium appelliert nach wie vor an alle, sich an die Infektionsschutzmaßnahmen zu halten.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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