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Sprachentwicklung: Passen Sie lieber auf, was sich Ihre Kinder im TV ansehen

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Von: Jennifer Köllen

Szene aus der TV-Serie Peppa Wutz (auf Englisch Peppa Pig). (Symbolbild)
Szene aus Peppa Wutz: Kinder übernehmen nachweislich Worte aus ihren Lieblingssendungen. (Symbolbild) © Nickelodeon Network

Ihr Kind spricht wie die Zeichentrickfigur Peppa Wutz? Das passiert immer häufiger. Doch das Fernsehen hat auch gute Aspekte für Kinder.

London – Ihr Kind spricht auf einmal anders, als Sie es ihm beigebracht haben? Und Sie fragen sich, wo es manche Worte aufgeschnappt hat? Dann sollten Sie mal beobachten, welche Serien sich Ihr Kind im Fernsehen ansieht. Denn das Fernsehen hat nachweislich Auswirkungen auf die Sprache von Kindern.

Während der Corona-Pandemie war die TV-Serie „Peppa Wutz“, oder im Englischen „Peppa Pig“, die am zweithäufigsten gesehene Zeichentrick-Serie von Kindern in den USA. An sich nicht weiter ungewöhnlich. Doch mit der Zeit stellten die Eltern fest, dass ihre Kinder anders sprachen. Das berichten seit Monaten unterschiedliche Medien, unter anderem der Guardian.

Sprachentwicklung: Kinder aus den USA sprechen plötzlich wie Briten

Denn „Peppa Pig“ ist eine Serie aus Großbritannien. Dementsprechend redet das Schwein nicht nur mit britischer Betonung, sondern verwendet auch Worte, die in den USA vollkommen unüblich sind. Wenn die Mutter dann zum Augenarzt, „eye doctor“, muss, fragt die Tochter dann: „Du gehst zum ,optician‘?“ Oder eine Tomate ist keine „to-may-to“ mehr, sondern eine „to-mah-to“.

Preetika Rana, eine Reporterin des Wall Street Journal, twitterte: „Meine fünfjährige Nichte in New York City hatte vor der Pandemie einen amerikanischen Akzent. Jetzt hat sie einen noblen englischen Akzent, nachdem sie ein Jahr zu Hause mit Peppa Pig verbracht hat. Dieses Phänomen ist so weit verbreitet, dass es ein Trend-Hashtag ist, #PeppaEffect.“

Sprachentwicklung: Können Kleinkinder über das TV die Sprache lernen?

Wenn das Fernsehen die Sprache unserer Kinder beeinflusst, können sie damit dann auch lernen?

Untersuchungen zeigen: Beim Lernen neuer Wörter scheint es vom Alter der Kinder sowie von der Art der Fernsehpräsentation abzuhängen, ob sie vom Fernsehen lernen können. In einer Studie von Krcmar lernten Kinder im Alter zwischen 15 und 24 Monaten neue Wörter am besten, wenn sie sich in direkter Interaktion mit einem Erwachsenen befanden und die Aufmerksamkeit gemeinsam auf das neue Objekt gerichtet war.

Das erklärt auch, warum Kinder eher mit Bildungs- und Lernprogrammen wie der „Sesamstraße“ lernen. Denn in solchen Sendungen spricht der Moderator die Kinder direkt an und ruft sie zur Interaktion auf. Sendungen, in denen solche Interaktionen fehlen, wirken sich eher negativ auf den Spracherwerb aus. Das zeigte eine Untersuchung bei Kindern, die sich die „Teletubbies“ ansahen.

Das bedeutet: Kleine Kinder lernen also vor allem zusammen mit einem Erwachsenen. Und die Älteren?

Sprachenentwicklung fördern: Bildungsfernsehen hilft auch älteren Kindern beim Lernen

Ältere Kinder profitieren ebenfalls mehr von Bildungsprogrammen als von Unterhaltungsprogrammen. Doch es zeigen sich, wie bei den Jüngeren, auch hier große Unterschiede je nach Alter, Sendung und Anzahl der Wiederholungen. Zum Beispiel können Kinder tatsächlich von Sprachlern-Formaten profitieren – in den Bereichen reproduktiver Wortschatz und Hörverstehen. Das zeigt eine Studie von Speck-Hamdan. Dieser Effekt ist auch hier bei den älteren Kindern (5- und 6-Jährige) höher als bei den Jüngeren (3- und 4-Jährige). Der Grund: Ältere Kinder sind den kognitiven Anforderungen solcher Sendungen besser gewachsen.

Zusammenfassung:

Also: Wenn Ihr Kind sich mal wieder seine Lieblings-Serie im Fernsehen ansieht, setzen Sie sich mal daneben und fragen sich, ob Sie möchten, dass Ihr Kind so spricht. Nicht, dass es, wie es bei Schweinen wie „Peppa Wutz“ üblich ist, irgendwann noch anfängt, zu grunzen...

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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