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Stiftung Warentest untersucht Meditations-Apps: Ernüchterndes Ergebnis

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Von: Kristina Wagenlehner

Eine Frau sitzt in Meditationshaltung in ihrem Schlafzimmer im Dachgeschoss. Vor ihr steht ein Tablet. (Symbolbild)
Nur wenige Meditation-Apps überzeugten Stiftung Warentest. (Symbolbild) © Shotshop/Imago

Meditations-Apps gibt es viele. Welche die beste ist und welche Sie besser nicht nutzen sollten, hat Stiftung Warentest geprüft. Wir haben alle Ergebnisse.

Frankfurt am Main – Meditieren per Smartphone immer und überall. Meditations-Apps versprechen Entspannung auf einen Klick. Anbieter gibt es mittlerweile so einige. Stiftung Warentest hat deshalb zehn Apps getestet jeweils für das Betriebssystem Android und iOS. Überzeugen konnten wenige.

Stiftung Warentest prüft Meditations-Apps: Der Test und Preise

Wie wurden die Meditations-Apps getestet? Die Fachleute für Entspannungs­techniken prüften die Apps auf Konzept, Wirk­samkeit, Vielseitig­keit, Hand­habung, Daten­schutz und allgemeine Geschäfts­bedingungen. Die Apps boten neben klassischen Meditationen und Acht­samkeits­basierte Stress­reduktion auch Auto­genes Training und Progressive Muskelrelaxation an. Denn dass Meditation gesund ist und sogar den Blutdruck senken kann, ist mittlerweile nachgewiesen*.

Der Einstieg ist bei einigen Meditations-Apps kostenlos. Maximal 14 Tage lässt sich eine App testen, bevor es an den Geldbeutel beziehungsweise die Kreditkarte geht. Danach kosten die Programme bei einem Jahr Lauf­zeit zwischen 3,25 Euro (Calm) und 12,10 Euro (Happify) pro Monat. Bei den meisten müssen Sie zwischen vier und fünf Euro im Monat berappen. Teurer heißt auch hier nicht immer besser. Die teuerste App von Happify gehörte zu den schlechtesten Apps im Test. Der Testverlierer BetterME ist mit 10 Euro (Andoird) bzw. für iOS 10,50 Euro die zweitteuerste App.

Einige Krankenkassen übernehmen jedoch die Kosten für Entspannungs-Apps. Teilweise für ein ganzes Abo oder zumindest für einige Kurse. Interes­sierte sollten bei ihrer Krankenkasse und/oder ihrem Arzt nach­fragen, ob und welche Angebote übernommen werden und ob ein Rezept vonnöten ist.

Stiftung Warentest prüft Meditations-Apps: Viele Mängel in puncto Datenschutz

Bis auf die beiden Testgewinner weisen alle Apps deutliche bis sehr deutliche Mängel in Bezug auf den Datenschutz auf. Dafür gab es von den Testern Punktabzug. Manche Anbieter informieren nicht, wie lange die erhobenen Daten gespeichert werden und an wen sie diese weitergeben. Bei sechs Meditations-Apps fehlte den Testern ein schlüssiges Konzept und/oder die Wirk­samkeit war anhand von wissenschaftlichen Studien schlecht oder gar nicht belegt. Die App Better Me fiel im Test sogar komplett durch. Der Grund lauft Stiftung Warentest: „Sie wirkt konzeptlos, hat wenige Funk­tionen, verwirrende Preise und tech­nische Fehler.“

Stiftung Warentest prüft Meditations-Apps: Die Gewinner

Anschalten, abschalten und entspannen sollten Sie laut Stiftung Warentest mit zwei Meditations-Apps. Die Testsieger waren die Apps Headspace: Meditation & Schlaf und 7Mind Meditation & Achtsamkeit. Sie überzeugten die Tester mit gut entwickelten Kursen auf wissenschaftlicher Basis. Sie sind nicht nur für Einsteiger, sondern auch für Fort­geschrittene interes­sant. Außerdem bieten sie neben dem Entspannungsangebot weitere Funk­tionen. Zum Beispiel: Fantasier­eisen, Einschlaf­geschichten und sanfte elektronische Klänge oder natürliche Geräusche (fließendes Wasser, Vogelgesang). Dafür bekamen die beiden Apps die Note „gut“ – „sehr gut“ bekam keine.

Stiftung Warentest prüft Meditations-Apps: Die Ergebnisse im Überblick

Stiftung Warentest prüfte je zehn Apps für die Betriebssysteme Android und iOS. So haben die einzelnen Apps je Betriebssystem abgeschnitten:

Die Ergebnisse der Meditations-Apps für Android:

Die Ergebnisse der Meditations-Apps für iOS:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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