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Stiftung Warentest zu Reisemedikamenten: Das hilft gegen Schwindel und Brechreiz

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Von: Christine Pander

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Schwindel und Brechreiz, ausgelöst durch kurvige Straßen, können die Urlaubsstimmung vermiesen. Die Stiftung Warentest hat Reisemedikamente getestet.

Berlin – Wenn Sie unter Reiseübelkeit leiden, befinden Sie sich in allerbester Gesellschaft: Nach Angaben des Ärzteblattes haben zwei Drittel der Reisenden, insbesondere auf der Rückbank eines Autos, schon mindestens einmal an Symptomen der Reisekrankheit im Auto gelitten. Die Hälfte davon sogar mit Erbrechen. Kinder zwischen drei und zwölf Jahren sowie Frauen gelten Medizinern zufolge als besonders anfällig für die „Bewegungskrankheit“. Warum das bei ihnen häufiger der Fall ist, können Wissenschaftler noch nicht eindeutig beantworten. Sie vermuten, dass es einen Zusammenhang mit dem weiblichen Hormonhaushalt gibt.

Stiftung Warentest prüft Reisemedikamente: Tipps für Kinder

Bestimmte Medikamente können der Übel­keit entgegen­wirken. Die Arznei­mittel­experten der Stiftung Warentest haben daher 18 Mittel für Reisekranke bewertet, darunter Tabletten, Zäpf­chen, Kapseln, Sirup und Reisekau­gummi für Erwachsene und Kinder. Für Erwachsene und Jugend­liche beur­teilen die Experten zwei Wirk­stoffe als geeignet: Diphenhydramin und Scopolamin. Sie können Übel­keit und Erbrechen tatsächlich unterbinden.

Diphenhydramin stammt aus der Gruppe der Antihistaminika, die üblicher­weise bei Allergien zum Einsatz kommen. Es genügt den Warentestern zufolge, eine halbe Stunde vor Reiseantritt 50 Milligramm einzunehmen. Das entspricht den Angaben zufolge einer Tablette Emesan. „Wie nahezu alle Mittel im Test macht auch Emesan müde. Betroffene sollten nach der Einnahme also nicht selbst Auto fahren oder ein Boot lenken“, raten die Tester.

Diphenhydramin steht auch in Kombination mit 8-Chlortheophyllin zur Verfügung und heißt dann Dimenhydrinat. In der Praxis bringt die Kombination der beiden Wirk­stoffe aber keinen Vorteil gegen­über Diphenhydramin allein. Das Fazit der Warentester: Mittel mit Dimenhydrinat sind deshalb nur mit Einschränkung geeignet.

Das passiert bei der Reise- oder Seekrankheit im Körper:

Kindern im Alter von zwei bis zwölf Jahren wird häufig übel auf Reisen. Eltern sollten ihnen Medikamente nach Angaben der Stiftung Warentest nur dann geben, wenn andere Maßnahmen nichts bewirken. „Keiner der verfügbaren Wirk­stoffe und Mittel ist für jüngere Kinder uneinge­schränkt geeignet“, schreiben die Warentester. Kinder reagieren empfindlicher auf die Mittel. Auch sie können davon ziemlich müde werden – und das leider auch für längere Zeit. „Bei manchen bewirken sie auch das Gegen­teil: etwa Unruhe und Erregung, Neben­wirkungen wie Verstopfung oder trockener Mund“, so die Stiftung Warentest.

Diese Tipps können Kindern gegen das Auftreten der Reiseübelkeit helfen:

Sollen Sie eine Seereise planen, kann es hilfreich sein, auf stark histamin-haltige Nahrungsmittel zu verzichten. Dazu gehören Thunfisch, Emmentaler Käse, Salami, Sauerkraut oder Rotwein.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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