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STIKO empfiehlt Corona-Impfung für 12- bis 17-Jährige – darum erst jetzt

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Von: Jennifer Köllen

Die STIKO empfiehlt jetzt Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. Der Nutzen der Impfung überwiege dem Risiko möglicher Nebenwirkungen.

Berlin – Lange wurde darauf gewartet, nicht nur von Seiten der Politik gab es Druck: Jetzt hat sich die Ständige Impfkommission (STIKO) für Coronaimpfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren ausgesprochen.

STIKO empfiehlt Corona-Impfung für 12- bis 17-Jährige

Bei Gesunden in der betreffenden Altersgruppe waren bereits Impfungen auch ohne offizielle Empfehlung möglich – „nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz“. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) sind bislang 24,3 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal gegen Corona geimpft, 15,1 Prozent vollständig. (Stand: 16.08.2021)

Die erhöhte Rate für Herzmuskelentzündungen bei Heranwachsenden hatte bislang viele Eltern verunsichert. Ab heute gilt es auch in Deutschland als offiziell: Der Nutzen der Impfung überwiegt das Risiko von bisher selten festgestellten Nebenwirkungen bei Weitem.

STIKO empfiehlt Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche: Darum jetzt

Besonders Eltern fragen sich: Warum jetzt? Was hat sich geändert? „Auf der Grundlage neuer Überwachungsdaten, insbesondere aus dem amerikanischen Impfprogramm mit nahezu 10 Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen, können mögliche Risiken der Impfung für diese Altersgruppe jetzt zuverlässiger quantifiziert und beurteilt werden“, heißt es in der Mitteilung der STIKO vom 16.8.2021.

Auch der stetige Anstieg der Delta-Fälle führte zu dem Entschluss der STIKO. Denn diese breitet sich vor allem in der jungen Bevölkerungsgruppe aus. Aktuelle mathematische Modellierungen hätten ergeben, dass für Kinder und Jugendliche ein deutlich höheres Risiko für eine Sars-CoV-2-Infektion in einer möglichen vierten Infektionswelle bestehe, schreibt die STIKO auf ihrer Webseite.

STIKO empfiehlt Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche: Welche Nebenwirkungen können auftreten?

„Bisher seien keine Signale für weitere schwere Nebenwirkungen nach mRNA-Impfung aufgetreten, insbesondere auch nicht bei Kindern und Jugendlichen“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Die sehr seltenen, bevorzugt bei jungen männlichen Geimpften im Zusammenhang mit der Impfung beobachteten Herzmuskelentzündungen* müssen als Impfnebenwirkungen gewertet werden. In der Mehrzahl der Fälle wurden die Patienten mit diesen Herzmuskelentzündungen hospitalisiert, hatten jedoch unter der entsprechenden medizinischen Versorgung einen unkomplizierten Verlauf. Umgekehrt weisen neuere Untersuchungen aus dem Ausland darauf hin, dass Herzbeteiligungen durchaus auch bei COVID-19-Erkrankungen auftreten.“

STIKO empfiehlt Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche: Und wann kommen die ganz Jungen?

Natürlich hilft die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren der Eindämmung der Pandemie. Doch was ist mit den Jüngeren, die sich in der Kita, im Kindergarten oder der Grundschule anstecken und den Erreger weitergeben können? Für unter 12-jährige Kinder liegt noch keine Empfehlung vor. Sollte ein Impfstoff für jüngere Kinder zugelassen werden, wird die STIKO diese Daten bewerten und eine weitere Empfehlung aussprechen.

Biontech/Pfizer erprobt seinen Impfstoff bereits in dieser Altersgruppe. Seit Juni hat der Hersteller Kinder unter 12 Jahren in ihre Studien aufgenommen. Nach Unternehmensangaben sollen etwa 4500 Kinder zwischen sechs Monaten und elf Jahren in mehr als 90 Einrichtungen in Spanien, den USA, Finnland und Polen teilnehmen. Es könnte sein, dass Anfang 2022 auch für Kinder unter 12 Jahren ein Impfstoff zur Verfügung steht.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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