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Studie zur sexuellen Orientierung: Sind wir bisexueller, als wir denken?

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Von: Jennifer Köllen

Zwei schwule Männer küssen sich vor einer gelben Wand (Symbolbild)
Eine neue Studie zeigt: Wir sind bisexueller, als wir denken. (Symbolbild) © Imago

Australische Forscher konnten zeigen: Unsere sexuelle Orientierung lässt sich beeinflussen – auch in Richtung Homosexualität. Sind wir ein bisschen bi?

Sydney – 21 Prozent der heterosexuellen Frauen geben als sexuelle Wunschfantasie an, einmal mit einer Frau Sex zu haben (laut Statista). Und eine Studie aus New York unter 4.200 Männern zeigte: Fast drei von vier Männern, die „schwulen Sex“ betreiben, fühlen sich als Heterosexuelle (New York City Department of Health and Mental Hygiene). Bei solchen Zahlen stellt sich die Frage: Sind wir bisexueller, als wir zugeben? Und würden wir diese Sexwünsche vielleicht viel eher ausleben, wenn sie gesellschaftlich als noch „normaler“ angesehen würden?

Dass es genau so ist, zeigt eine Studie der psychologischen Fakultät Sydney: Je normaler es uns erscheint, bisexuell zu sein, desto eher geben wir zu, selbst solche Erfahrungen machen zu wollen.

Studie zur sexuellen Orientierung: Aufgeschlossene Menschen schließen Bi-Sex nicht aus

Bei der Studie wurden 180 Studentinnen und Studenten, die sich vorab als eindeutig hetero identifizierten, scheinbar wissenschaftliche Belege vorgelegt. Diese sollten beweisen, dass sich sexuelle Orientierung verändern kann und durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird. Zum Beispiel über persönliche Erlebnisse. Untermauert wurde diese These mit verschiedenen, scheinbar wissenschaftlichen Belegen. Es wurden „Beweise“ gezeigt, dass die Genitale besser durchblutet seien und die Pupillen geweitet, wenn sich die Menschen erotische, gleichgeschlechtliche Videos ansähen. Deswegen würden sich die meisten Menschen in ihrem Leben irgendwann mal auch zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen, teilten die Wissenschaftler den Probanden mit.

Das Ergebnis: Die Studienteilnehmer schlossen nach dem Sichten der scheinbar wissenschaftlichen Beweise nicht mehr aus, selbst das andere Geschlecht irgendwann mal anziehend finden zu können.

Bei politisch Konservativen ließ sich dieser Effekt übrigens nicht beobachten. Das zeigt: Je offener und weniger konservativ ein Mensch ist, desto aufgeschlossener ist er auch hinsichtlich seiner Sexualität*.

Studie zur sexuellen Orientierung: Wir sind gar nicht so hetero

Die Forscher wollten diese Ergebnisse überprüfen und machten eine weitere Befragung mit 460 nach eigenen Angaben Heterosexuellen. Hier gaben 36 Prozent der Personen nach dem Sichten der „Belege“ an, vielleicht doch nicht exklusiv hetero zu sein. Dr. James Morandini, Psychologe an der Universität von Sydney und Studienleiter, sagt zu diesem Ergebnis: „Ich denke, unsere Studie hat möglicherweise die Art und Weise verändert, wie Menschen ihre zugrunde liegenden sexuellen Gefühle interpretieren.“

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden

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