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Weniger arbeiten: Laut Studie reichen acht Stunden – pro Woche!

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Von: Jennifer Köllen

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Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir nur einen Tag die Woche arbeiten sollten. Und sie haben auch einen Plan, wie das gelingen kann.

Cambridge – Gerade jetzt stresst die Arbeit besonders: Wegen Corona sitzen viele den ganzen Tag im Homeoffice vor dem Laptop. Abwechslung gibt es nur wenig. Da wünscht man sich manchmal, weniger zu arbeiten – und mehr zu leben.

Und das zurecht, wie eine Studie der Universitäten Cambridge und Salford zeigt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass es für das psychische Wohlbefinden zwar wichtig sei, zu arbeiten. Schließlich sei das wichtig für unsere Identität, Sinnerfüllung und unseren Status. Allerdings würden acht Stunden pro Woche bereits ausreichen. Das wäre quasi die Ein-Tages-Woche. Klingt verführerisch. Aber wie soll man das umsetzen?

Weniger arbeiten: Laut Studie reichen acht Stunden – pro Woche!

Die Wissenschaftler haben für die Studie rund 70.000 Briten im Alter von 16 bis 64 Jahren regelmäßig zu ihren Arbeitszeiten befragt, sowie zusätzlich zu ihrer psychischen Verfassung. Die Studienteilnehmer sollten Angaben zu Angstgefühlen oder Schlafstörungen machen.

Das Ergebnis: Die Forscher fanden keine Hinweise darauf, dass eine Arbeitszeit von mehr als acht Stunden das Wohlbefinden weiter steigert. Der Vollzeitstandard von 37 bis 40 Stunden unterschied sich in Bezug auf die psychische Gesundheit nicht wesentlich von anderen Arbeitszeitkategorien.

„Wir haben jetzt eine Vorstellung davon, wie viel entlohnte Arbeit nötig ist, um die psychosozialen Vorteile der Beschäftigung zu erhalten – und es ist gar nicht besonders viel“, sagt Brendan Burchell, Soziologe an der Universität Cambridge und einer der Autoren der Studie.

Die Grafik einer Sprechblase über einem Paar im Gras. (Symbolbild)
Eine englische Studie sagt, dass acht Stunden Arbeitszeit genügen, damit man sich psychisch gut fühlt. Aber pro Tag! (Symbolbild) © Mark Airs/Imago

Daher schlagen die Wissenschaftler vor, dass die „effektivste Dosis“ nur etwa einen Tag pro Woche beträgt, um die Vorteile einer bezahlten Arbeit für das psychische Wohlbefinden zu nutzen – da alles andere kaum einen Unterschied macht.

Das stellt sich die Frage: Wie soll das funktionieren?

Weniger arbeiten: Universität Cambridge setzt auf Roboter und Grundeinkommen

Auch darauf haben die Wissenschaftler eine Antwort: „In den nächsten Jahrzehnten könnten künstliche Intelligenz, Big Data und Robotik einen Großteil der bezahlten Arbeit ersetzen, die derzeit von Menschen geleistet wird“, sagt Dr. Daiga Kamerāde, Erstautorin der Studie von der Salford University und Forscherin für Beschäftigungsdosis.

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„Wenn nicht genug für alle da ist, die Vollzeit arbeiten wollen, müssen wir die aktuellen Normen überdenken. Dies sollte die Umverteilung der Arbeitszeit beinhalten, damit jeder die psychischen Vorteile eines Arbeitsplatzes nutzen kann, auch wenn das bedeutet, dass wir alle viel kürzere Wochen arbeiten.“

„Unsere Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt, um zu überlegen, wie viel bezahlte Arbeit Menschen in Zukunft mit wenig Arbeit mindestens brauchen könnten“, so Kamerāde.

Weniger arbeiten: Wissenschaftler wollen Fünf-Tage-Wochenende einführen

Und so stellen sich die Wissenschaftler unsere Arbeit in der Zukunft vor: begrenzte Arbeitszeit, darunter „Fünf-Tage-Wochenenden“, wenige Stunden am Tag arbeiten oder den Jahresurlaub von Wochen auf Monate verlängern – das alles sei eine Möglichkeit.

Laut der Wissenschaftler noch ein Argument: Weniger Arbeit würde die Work-Life-Balance verbessern, die Produktivität steigern und die CO2-Emissionen beim Pendeln reduzieren. Wichtig sie aber, dass die Arbeitszeitverkürzung für alle gelten müsse – um eine Zunahme sozioökonomischer Ungleichheiten zu vermeiden.

Das traditionelle Modell, bei dem jeder etwa 40 Stunden pro Woche arbeitet, basierte nie darauf, wie viel Arbeit den Menschen guttut. Unsere Forschung legt nahe, dass Mikrojobs die gleichen psychologischen Vorteile bieten wie Vollzeitjobs“, sagt der Co-Autor und Soziologe aus Cambridge, Senhu Wang. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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