1. 24vita
  2. Verbraucher

Studie widerlegt 5-Sekunden-Regel: Essen vom Boden nicht mehr verzehren

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christine Pander

Pommes liegen auf dem Boden einer Einkaufspassage in Essen (Symbolbild)
Auch wenn der Hunger groß ist: Bloß nicht aufheben und essen (Symbolbild) © Gottfried Czepluch/ Imago

Eine kleine Unachtsamkeit, schon liegen die Pommes am Boden. Geht noch, oder? Waren ja nicht mal 5 Sekunden. Nein, sagen Forscher. Das geht auf keinen Fall.

New Brunswick – Eine Regel, die meist unter jungen Müttern sehr beliebt ist, denn Kindern fällt ja dauernd etwas runter: Was nicht länger als 5 Sekunden am Boden lag, zählt nicht. Dreimal drauf gepustet, geht noch. Diese Faustregel sollten aber nicht nur Mütter überdenken: Denn inzwischen ist die Theorie widerlegt, dass heruntergefallenes Essen, auch wenn es nur ganz kurz am Boden lag, weiter verzehrt werden kann.

Studie widerlegt 5-Sekunden-Regel: Was am Boden lag, sollte nicht gegessen werden

Der Lebensmittelexperte Donald Schaffner und seine Kollegen von der Rutgers Universitity New Brunswick (New Jersey) sind bereits 2016 erstmals der Frage nachgegangen, ob es denn nun gesundheitsschädigend ist, heruntergefallene Lebensmittel zu essen. Veröffentlicht haben sie ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Applied and Environmental Microbiology“. Mit dem überraschenden Fazit widerlegen sie, was für viele jahrelange Alltagsweisheit war.

Im Experiment testeten die Wissenschaftler vier Oberflächen, auf die sie wahlweise Brot, Brot mit Butter, Wassermelone oder Gummibärchen fallen ließen. Bevor sie die Proben untersuchten, ließen sie diese jeweils unterschiedlich lange auf dem Testuntergrund liegen. Die Verweildauer betrug zwischen weniger als 1 Sekunde bis zu 5 Sekunden, 30 und 300 Sekunden.

Studie widerlegt 5-Sekunden-Regel: An Gummibärchen haften am wenigsten Bakterien

Der Testlauf wurde für jede Oberfläche, jedes Lebensmittel und jede Verweildauer durchgespielt. Außerdem präparierten die Forscher die Oberflächen des jeweiligen Testbodens mit Bakterien. Bevor die Forscher die Proben fallen ließen, trockneten sie den Testboden gründlich ab, warfen die Lebensmittel auf den Boden und untersuchten anschließend die Proben auf Verunreinigungen.

Fazit: An der Wassermelone hafteten am meisten Verunreinigungen. An den Gummibärchen am wenigsten. Professor Schaffner erklärt es sich so: „Bakterien haben keine Beine, sie bewegen sich über Feuchtigkeit. Je feuchter also das Essen, desto höher ist auch das Risiko einer Übertragung“.

Das können die Folgen sein, wenn Lebensmittel vom Boden aufgehoben und noch verzehrt werden:

Vor allem die Beschaffenheit des Bodens, auf den die Lebensmittel fielen, schien eine besondere Rolle zu spielen: Bei Holz schwankten die Daten gewaltig, Teppich war im Gegensatz zu Edelstahl und Fliesen zum Beispiel gar keine so große Keimschleuder wie erwartet. Ein weiteres Ergebnis: Je länger die Lebensmittel auf dem jeweiligen Untergrund liegen, desto stärker waren sie belastet.

Die „Fünf-Sekunden-Regel“ ist damit leider dennoch widerlegt: Denn neben dem Faktor Zeit spielen vor allem die Art der Lebensmittel und die Beschaffenheit des Bodens eine große Rolle. Letztlich sind diese Faktoren, so resümieren die Forscher, sogar stärker als der Faktor Zeit. Bakterien, so heißt es in der Mitteilung zu Studie, können Lebensmittel sofort befallen. Sie warten damit keinesfalls 5 Sekunden.

Mit diesen Küchen-Fehlern züchten Sie übrigens unbewusst Keime, wie Merkur.de schreibt.*

*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Noch mehr spannende Gesundheits-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Auch interessant

Kommentare