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Übergewicht bei Kindern: Autoritäre Erziehung ist laut Studie ein Grund

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Disziplin und Strenge sind charakteristisch für autoritäre Erziehung. Dies kann sich sogar negativ auf das Essverhalten des Kindes auswirken, laut Studie.

Montreal – Wissenschaftler der Universität Montreal fanden im Rahmen einer Untersuchung mit 37.000 Kindern heraus, dass autoritäre Erziehung ein Grund für ein gestörtes Essverhalten und damit Fettleibigkeit bei Kindern sein kann. Die kanadischen Forscher konnten aufzeigen, dass in den untersuchten Fällen autoritär erzogene Kinder dicker als nicht-autoritär bzw. autoritativ erzogene sind.

Übergewicht bei Kindern: Autoritäre Erziehung ist laut Studie ein Grund

Zwei- bis fünfjährige Kinder, die autoritär erzogen werden, entwickeln ein um 30 Prozent höheres Risiko für Fettleibigkeit – Sechs- bis Elfjährigen sogar 37 Prozent.
Eine autoritäre Erziehung kann sich negativ auf das Essverhalten des Kindes auswirken, laut Studie. (Symbolbild) © imageBROKER/Andrey Nekrasov/Imago

Unterschiedliche Erziehungsformen gibt es viele und in Elternkreisen kursieren demnach unterschiedliche Meinungen, welcher Erziehungsstil wohl der beste oder richtige ist. Manche Eltern kreisen förmlich wie ein Helikopter um ihre Kinder und „überbehüten“ sie, andere räumen wie Rasenmäher-Eltern alle Gefahren aus dem Weg und U-Boot-Eltern tauchen erst bei ernsten Schwierigkeiten auf.

Dass Erziehung immer einen Einfluss auf ein Kind hat, ist nahezu logisch. Jeder Umgang der Eltern hat einen Effekt auf das Kind. So wollten die Wissenschaftler um Studienautorin Dr. Lisa Kakinami der Universität Montreal aufzeigen, welchen Einfluss die Erziehung von Eltern auf das Gewicht ihrer Kinder hat. Die Ernährung als solche wurde dabei nicht als zentraler Fokus betrachtet. Im Rahmen ihrer Studie analysierten die Forscher das Verhalten der Eltern gegenüber ihren Kindern, indem sie diesen Fragen stellten, beispielsweise: „Wie reagieren Sie, wenn Ihr Kind etwas Unerlaubtes macht und wie, wenn es etwas Gutes tut?“

Autoritäre Erziehung fördert Risiko für Fettleibigkeit um ein Drittel

Gemäß der Befragungen legten die Forscher den Fokus auf zwei Erziehungsmethoden: die autoritäre sowie die autoritative Erziehung.

Was sich zeigte: Zwei- bis fünfjährige Kinder, die autoritär erzogen wurden, entwickelten ein um 30 Prozent höheres Risiko für Fettleibigkeit – Sechs- bis Elfjährige sogar 37 Prozent. Die kanadischen Forscher untersuchten hingegen nicht, was die genauen Zusammenhänge zwischen autoritärer Erziehung und Fettleibigkeit sind. Es liegt jedoch nahe, dass aufgrund von Disziplin und Strenge, die autoritäre Eltern vermitteln, nicht selten beispielsweise Süßigkeiten verboten werden – was das Verlangen bei den Kindern häufig fördert und eine Ursache für die Gewichtszunahme sein könnte.

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Studienautorin Dr. Kakinami nimmt jedoch auch an, dass die in vielen Fällen fehlende Liebenswürdigkeit in einer autoritären Eltern-Kind-Beziehung zu einem gestörten Essverhalten der Kinder führen könnte. Letztlich gäbe es etliche Komponenten, die eine Fettleibigkeit bei Kindern begünstigen. Dass auch Medien einen Einfluss auf ein negatives Essverhalten der Kinder haben können, zeigte bereits eine Studie in Leipzig.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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