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Umfrage überrascht: Das machen Deutsche in ihrer Freizeit am liebsten

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Von: Jennifer Köllen

Ein Paar sitzt unter der Decke auf der Couch und schaut fern (Symbolbild)
Laut einer repräsentativen Umfrage macht es den Deutschen am meisten Spaß, Zeit mit dem Partner zu verbringen. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago

Netflix und Chillen? Geschlechtsverkehr haben wir laut einer repräsentativen Umfrage viel zu selten. Stattdessen tun wir in unserer Freizeit, was uns weniger Freude macht.

Hamburg – Spazierengehen, Freunde sehen, Kaffee trinken: Seit 1986 analysiert die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen das Freizeitverhalten der Deutschen. Die Ergebnisse aus diesem Jahr sind überraschend: Wir verbringen viel zu viel Zeit mit Dingen, die uns gar nicht so viel Spaß machen. Und finden wenig Zeit für das, was uns wirklich Freude bereitet und uns glücklich macht.

Die Bundesbürger tummeln sich besonders häufig im Internet. Aber: Längst nicht alle können das genießen. Gleichzeitig macht Geschlechtsverkehr sehr vielen großen Spaß – aber nur jeder Dritte findet wenigstens einmal die Woche Zeit für Intimität mit dem Partner. Vielleicht wird es für die Deutschen Zeit, ihre Prioritäten zu überdenken...

Umfrage überrascht: Deutsche schauen Netflix oder surfen im Internet

Für die aktuelle Untersuchung des „Freizeit-Monitors 2021“ wurden im August 2021 über 3.000 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren repräsentativ zu ihrem Freizeitverhalten sowie zu den Sonderthemen „Freizeit in Coronazeiten“ und „Was in der Freizeit Spaß macht“ durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) befragt. Zusätzlich wurde erstmals eine der insgesamt 100 untersuchten Freizeitaktivitäten ausgewählt und einer Detailanalyse unterzogen.

Das Fernsehen sei nach wie vor sehr beliebt, aber das Internet sei das neue Leitmedium, sagte der wissenschaftliche Leiter der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, Prof. Ulrich Reinhardt, bei der Vorstellung des „Freizeit-Monitors 2021“. Nach einer repräsentativen Umfrage des Instituts GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) im Auftrag der Stiftung nutzen 97 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche das Internet. Dabei gibt es praktisch keine Unterschiede zwischen den Altersgruppen.

Ganz oben stehen neben dem Fernsehen auch die Computernutzung, das Musikhören sowie das E-Mail-Lesen und -Schreiben. „Die freie Zeit verbringen die Bundesbürger zu Hause“, erklärte Reinhardt. Die beliebteste Aktivität außer Haus ist der Umfrage zufolge das Spazierengehen, das mit 55 Prozent aber erst auf Platz 17 von 100 genannten Aktivitäten steht. Dass wir so viel Zeit im Internet verbringen, schadet übrigens unserer Gesundheit.

So verbringen die Deutschen ihre Freizeit:

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Umfrage überrascht: Die Deutschen sind in ihrer Freizeit passiv, sogar bei der Körperpflege

„Wenn wir über Freizeitaktivitäten sprechen, stellen wir fest, dass die meisten Freizeitbeschäftigungen mittlerweile Freizeitpassivitäten sind“, fasste Reinhardt zusammen. Die Corona-Pandemie habe diesen Trend verstärkt. „Aber es ist sicherlich auch in den Jahren davor schon so gewesen, dass wir uns lange Zeit um das virtuelle Lagerfeuer vor dem Fernseher eingefunden haben.“

Auch die Notwendigkeit, sich zu pflegen, werde nicht mehr so gesehen. „Man muss eben nicht mehr jeden Morgen ausgeschlafen, frisch rasiert, frisch frisiert in den Büros sein, sondern man kann das zu Hause etwas anders gestalten.“

Einige Aktivitäten, die vor einem Jahr noch als Corona-typisch galten, sind laut „Freizeit-Monitor“ wieder auf dem Rückzug. Dazu gehören die Teilnahme an virtuellen Events, Autokino-Besuche, Heimwerken und alte Hobbys. Zu den Corona-typischen Beschäftigungen, denen nach wie vor auffällig häufiger nachgegangen werde als vor der Pandemie, zählte Reinhardt: „Streamen, Werkeln, bisschen böse ausgedrückt: Wollmäuse jagen, also noch mal zu Hause was tun.“

Umfrage überrascht: Warum finden wir wenig Zeit für das, was uns Spaß macht?

Der Forscher betonte, dass eine häufig betriebene Freizeitbeschäftigung nicht unbedingt Spaß machen müsse. Internet, das Fernsehprogramm sowie die PC- oder Handynutzung seien tatsächlich nur für jeden Zweiten eine Freude. Bei den häufigsten Freizeitbeschäftigungen schneide lediglich das Musikhören gut ab und werde von annähernd zwei Dritteln mit Spaß gleichgesetzt. Am meisten Freude bereiteten den Deutschen die Zeit mit dem Partner, Geschlechtsverkehr und Aufenthalte in der Natur.

Das macht den Deutschen am meisten Spaß – auch wenn sie nur wenig Zeit dafür aufbringen:

Im langjährigen Vergleich sei der Spaßfaktor bei vielen Aktivitäten deutlich rückläufig. Innerhalb einer Generation sei vielen die Freude am Theaterbesuch (minus 44 Prozentpunkte im Vergleich zu 1986), Tanzengehen (minus 42 Prozentpunkte) sowie Sporttreiben (minus 40 Prozentpunkte) vergangen. „Eine Vielzahl von Freizeitbeschäftigungen werden aus Gewohnheit, Pflichtgefühl oder Langeweile ausgeübt, wodurch die Freude, der Erlebnischarakter, die Zufriedenheit und das Wohlgefühl verloren gehen“, sagte Reinhardt. (Mit Material der dpa) *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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