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Veganer Käse: So gesund sind Milchersatzprodukte

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Von: Laura Knops

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Wer keine Milchprodukte isst, muss deshalb nicht auf Käse verzichten: Mittlerweile gibt es zahlreiche vegane Alternativen. Wie gesund sind sie wirklich?

Bremen – Wer auf Milch verzichtet, aber trotzdem gerne Käse, Joghurt oder Sahne isst, kann mittlerweile auf eine Vielzahl an Alternativen zurückgreifen. Viele vegane Ersatzprodukte sind allerdings nicht unbedingt gesünder als herkömmliche Nahrungsmittel. So stammen die meisten veganen Käse- und Joghurtsorten aus dem Lebensmittellabor. Einige Milchalternativen weisen zudem eine lange Zutatenliste mit allerhand Aromen, Farbstoffen und Geschmacksverstärkern auf. Welche Optionen es gibt und wie gesund veganer Käse ist, verrät Ihnen die Redaktion.

Veganer Käse: So gesund sind Milchersatzprodukte

Ega, ob geschmolzen auf der Pizza, pur auf dem Brot oder als Snack zwischendurch – Käse erfreut sich hierzulande großer Beliebtheit. So nimmt jeder Deutsche laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) rund 26 Kilogramm Käse pro Jahr zu sich. Wer jedoch aus gesundheitlichen Gründen, dem Tierwohl oder dem Klima zuliebe auf Milch und Milchprodukte verzichtet, findet in den Supermärkten eine große Auswahl an schmackhaften Alternativen.

Neben pflanzlichem Milchersatz gibt es dort zunehmend auch vegane Käsesorten wie Frischkäse auf Sojabasis, Schnittkäse aus Mandeln oder milchfreiem Reibekäse statt Parmesan. Häufig klingen die veganen Ersatzprodukte gesund und nachhaltig. Doch woraus bestehen vegane Käsesorten eigentlich? Und wie gesund sind sie wirklich?

Es ist ein Brett mit verschiedenen Käsesorten zu sehen. (Symbolbild)
Die meisten veganen Käsealternativen werden auf Basis von Kokosöl oder Stärke hergestellt, aber auch Sojabohnen, Cashewkerne oder Mandeln dienen als Grundlage. (Symbolbild) © Wavebreak Media Ltd/Imago

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Veganer Käse: Milchersatzprodukte – Das steckt drin

Die meisten pflanzlichen Käsezubereitungen bestehen laut der Verbraucherzentrale Bremen hauptsächlich aus Wasser, pflanzlichen Ölen oder Fetten und Stärke.

Folgende Zutaten können in veganem Käse stecken:

Veganer Käse: Aromen sorgen für den typischen Geschmack

Obwohl die Konsistenz dabei für die meisten Käseliebhaber wohl eher gewöhnungsbedürftig ist, treffen einige Produkte den typischen Käsegeschmack erstaunlich gut. Für den typischen Käse-Geschmack sorgen dabei in den meisten Produkten Aromen. Aber auch natürliche Zutaten wie Kräuter oder Saaten wie Bockshornklee helfen bei vielen Sorten geschmacklich nach. Bei der großen Auswahl an Sorten gilt daher: am besten erst mal durch das Sortiment probieren, um eine passende Alternative zu finden.

Ebenfalls nachhelfen müssen die Hersteller bei der klassisch gelb-orangenen Farbe. Damit die Ersatzprodukte äußerlich an Käse erinnern, enthalten einige daher Zutaten wie Carotin, Beta-Carotin sowie Paprikaextrakt. Zu den färbenden Inhaltsstoffen zählen zudem Kurkuma, Karotten- oder Apfelkonzentrat.

Veganer Käse: So wird der Käse hergestellt

Bei den veganen Milchalternativen handelt es sich in der Regel um hoch verarbeitete Lebensmittel. Während Käse allerdings – einfach erklärt – dadurch entsteht, dass Milcheiweiß durch sogenannte Labenzyme oder Milchsäurebakterien gerinnt und sich anschließend die festen Bestandteile von den flüssigen trennen, ist dies bei pflanzlichen Alternativen nicht der Fall.

Öle, Stärke und Verdickungsmittel wie Johannisbrotkernmehl oder Guarkernmehl sorgen bei veganen Käsesorten für die käseartige, cremige Konsistenz. Erst danach beginnt der Käse zu reifen, pflanzliche Eiweiße und Bakterien werden dabei weiter abgebaut. Um eine ähnliche Beschaffenheit wie Camembert zu erreichen, setzen einige vegane Alternativen zudem auf Fermentationskulturen.

Veganer Käse: Sind vegane Käsealternativen gesund?

Veganer Käse ist oftmals deutlich teurer als herkömmliche Produkte. Ein Zeichen für qualitativ hochwertige Zutaten ist das jedoch leider nicht. Käsealternativen sind aufgrund der unterschiedlichen Inhaltsstoffe qualitativ sehr unterschiedlich. So werden manche Sorten auf Basis von Nüssen wie Cashewkernen oder Mandeln hergestellt, während andere lediglich Kokosöl und Stärke verwenden. Pflanzenfette wie Kokosöl und Palmöl gelten aufgrund der enthaltenen gesättigten Fettsäuren eher als ungünstig und sollten daher nur in Maßen gegessen werden.

Fleisch und Wurst durch Ersatzprodukte auszutauschen, ist daher meist nicht gesünder. Denn viele Produkte enthalten nicht nur zu viel Fett, sondern auch sehr viel Salz. Auch beim Gesamtfettgehalt können Käsealternativen im Vergleich zu traditionellen Produkten nicht unbedingt punkten. Denn bei veganem Käse liegt der Fettanteil bei rund 20 bis 30 Gramm pro 100 Gramm des gesamten Produkts. Das ist bei Käse aus Milch ganz ähnlich. Damit sind die vegane Alternativen nicht kalorienärmer. Ebenso wie bei herkömmlichen Milchprodukten gilt daher: In Maßen verzehrt sind die veganen Käsesorten eine gute Alternative. 

Veganer Käse: Das sind die Vorteile

Vegane Käsealternativen sind aufgrund der verarbeiteten Inhaltsstoffe von der Qualität sehr unterschiedlich. Gerade für Menschen, die keine Milchprodukte vertragen, ist der vegane Ersatz jedoch eine gute Alternative. Sorten, die auf Basis von Nüssen hergestellt werden, enthalten zudem eine Menge Ballaststoffe, gesunde Fette und Eiweiß. Einige Ersatzprodukte sind zusätzlich mit Nährstoffen wie Kalzium und Vitamin B12 angereichert. Laut Experten der Verbraucherzentrale Bremen sollten gerade Veganerinnen Vitamin B12 einnehmen und durch eine ausgewogene Ernährung auf ihre Calciumzufuhr achten. Für Menschen, die Milchprodukte essen, ist eine Anreicherung allerdings nicht notwendig.

Auch für den Klimaschutz ist der vegane Käse die bessere Wahl verglichen mit herkömmlichen Milchprodukten. So ergab eine Studie dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu), dass der ökologische Fußabdruck von veganem Käse-Ersatz nicht mal halb so groß ist wie der von echtem Käse. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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