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Öko-Test untersucht Anti-Schuppen-Shampoo: In einigen bekannten Produkten stecken hautirritierende Stoffe

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein junger Mann mit dunkle Haare und grau-grünen Augen betrachtet seine Geheimratsecken aus der Nähe (Symbolbild).
Anti-Schuppen-Shampoos sollen irritierte Kopfhaut von Schuppen befreien, ohne sie dabei zu reizen (Symbolbild). © CHROMORANGE/imago-images

Öko-Test: Anti-Schuppen-Shampoos sollen gereizte Kopfhaut von Schuppen befreien. Einige Hersteller greifen laut Öko-Test dabei allerdings zu Inhaltsstoffen, die bedenklich sind.

Frankfurt am Main – Schuppen auf der Kopfhaut sind unangenehme Zeitgenossen. Besonders weil sie oft durch trockene Kopfhaut, Hautirritationen oder Hefepilze, die sich auf der talgreichen Kopfhaut besonders wohlfühlen, hervorgerufen werden. Viele Menschen versuchen deshalb mit Anti-Schuppen-Shampoos die Beschwerden unter Kontrolle zu bringen. Eine aktuelle Untersuchung des Verbrauchermagazins Öko-Test von 50 Anti-Schuppen-Shampoos zeigt aber: Viele der dabei eingesetzten Inhaltsstoffe sind problematisch.

Anti-Schuppen-Shampoo im Öko-Test: Diese Wirkstoffe kommen zum Einsatz

Einige Anti-Schuppen-Mittel enthalten Wirkstoffe, die die Ursache der Schuppen, also das Pilzwachstum, eindämmen sollen. Einige Hersteller greifen dabei zu Piroctonolamin. Ein Wirkstoff, der auch aus Sicht der Tester eine gute Wahl ist, da er mild und relativ gut verträglich ist. In der Untersuchung fanden die Tester Piroctonolamin in 31 Anti-Schuppen-Shampoos. Zertifizierte Naturkosmetik-Produkte dürfen den synthetischen Wirkstoff dagegen nicht enthalten und arbeiten stattdessen mit Pflanzenextrakten und -ölen wie Rosmarin, Brennessel und Wacholder. Diese Pflanzenauszüge haben eine leicht antimikrobiell Wirkung, Brennnessel soll außerdem die Talgproduktion mindern.

Anti-Schuppen-Shampoo im Öko-Test: Diese Stoffe kritisieren die Tester

In anderen Anti-Schuppen-Shampoos stecken dagegen Stoffe, die die Tester kritisch sehen, darunter  Climbazol, Zinkpyrithion und Selendisulfid. Climbazol wirkt zwar gegen Schuppen, gehört aber zur Gruppe der halogenorganischen Verbindungen, von denen einige als allergieauslösend, andere sogar als krebserregend gelten. Von Climbazol ist bekannt, dass es sich in Gewässern und Sedimenten anreichert. Zinkpyrithion und Selendisulfid können dagegen die Haut reizen und haben nach Ansicht der Verbraucherschützer nichts auf einer gereizten Kopfhaut verloren.

Zudem fanden die Tester Formaldehyd/-abspalter und PEG-Verbindungen: 

Anti-Schuppen-Shampoo im Öko-Test: Das sind die Testsieger

Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten: Immerhin 12 der getesteten Anti-Schuppen-Shampoos schneiden mit der Note „sehr gut“ ab und sind nach Meinung der Verbraucherschützer damit uneingeschränkt zu empfehlen. Wert legten die Tester dabei auch darauf, ob für die Kunststoffverpackungen recycelter Kunststoff, sogenannte Rezyklate, verwendet wurden.

Die Testsieger:

Die Shampoos sollten gründlich einmassiert werden. Nach dem Waschen die Haare nicht zu heiß föhnen, das strapaziert die Kopfhaut unnötig. Wer zu trockenen Schuppen neigt, sollte milde Shampoos wählen und die Haare nicht zu häufig waschen. Auch auf Haarspülungen, fettige oder alkoholhaltige Produkte sollten Verbraucher mit Schuppen besser verzichten.

Sobald sich eine Besserung der Schuppen zeigt, empfiehlt Öko-Test, die Anti-Schuppen-Shampoos nur noch ein bis drei Mal die Woche anzuwenden und dazwischen auf milde Alternativen umzusteigen. Stellt sich trotz Anti-Schuppen-Mittel keine Besserung ein, sollten Betroffene dagegen Rat bei einer Dermatologin oder einem Dermatologen einholen, um auszuschließen, dass eine Neurodermitis oder Schuppenflechte hinter den Beschwerden steckt.

Anti-Schuppen-Shampoo im Öko-Test: Das sind die Testverlierer

Unter den Testverlierern finden sich dagegen viele bekannte Marken, wie „das“ Anti-Schuppen-Shampoo Head & Shoulders der Firma Procter & Gamble oder Produkte von Herstellern, die eigentlich mit besonderer Verträglichkeit werben, wie Vichy:

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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