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Verlieben auf Kommando: Sind menschliche Gefühle steuerbar?

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Von: Jennifer Köllen

Forscher haben herausgefunden, was es braucht, um sich zu verlieben. Kann man mit diesem Wissen beeinflussen, ob der Wunschpartner sich verknallt?

München – In der Liebe ist es manchmal wie verhext: Egal, ob man den- oder diejenige bei Tinder oder im Freundeskreis kennengelernt hat – man verknallt sich in jemanden, der nicht auf einen steht. Dafür stehen Verehrer oder Verehrerinnen Schlange, von denen man selbst nichts wissen will. Oder aber, man kann den oder die Ex nicht vergessen. Es wäre so einfach, wenn man einfach selbst entscheiden könnte, in wen man sich verliebt. Kann man das denn?

Welche Faktoren beeinflussen, wen wir attraktiv finden? Und welche, wer uns gut findet? Psychologen und Wissenschaftler sind dieser Frage in verschiedenen Studien auf den Grund gegangen. Die Antwort: Es ist kompliziert.

Verlieben: Forscher haben herausgefunden, wann man jemanden attraktiv findet

Selbst, wenn man die Formel dafür hätte, wie man sich verhalten sollte, dass jemand einen gut findet* – reicht das tatsächlich? Die Forschung sagt: Nein. Aber man erhöht dadurch seine Attraktivität. Studien haben gezeigt, dass Menschen als anziehend wahrgenommen werden, die Folgendes machen:

Bei einem Date also gestikulieren und in die Augen sehen, und schon ist es um den Anderen geschehen? So einfach ist es natürlich nicht. Denn beim Verlieben spielen noch ganz andere Faktoren eine Rolle.

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Verlieben: Je gegensätzlicher die Gene, desto besser

Wenn wir jemanden bei einem Date treffen, sehen wir erstmal sein Äußeres. Und wir bewerten, was er sagt. Studien zeigen, dass wir Menschen toll finden, die so ähnlich ticken, wie wir. Ähnliche Interessen, Hobbies und Ansichten erhöhen also die Wahrscheinlichkeit, dass man ein Paar wird. Doch viele Dinge, die das Verlieben beeinflussen, laufen unbewusst ab. Wir nehmen sie gar nicht wahr. Abgesehen von seinem Parfum nehmen wir bei einem Date Duftnoten der anderen Person wahr. Diese sind bei jedem Menschen einzigartig, und haben etwas mit dem Erbmaterial zu tun. Je stärker das Erbmaterial und die Gene des Gegenübers sich von unseren unterscheiden, desto besser riecht diese Person für uns. Auch, wenn wir das gar nicht so bewusst wahrnehmen. Der Grund ist die Evolution: Vielfalt ist gesund und setzt sich durch. Mit einem Mix aus möglichst vielen Genen sind die Nachkommen besser gegen Krankheiten gerüstet.

Ein Mann und eien Frau sitzen auf dem Boden und küssen sich (Symbolbild)
Kann man eigentlich steuern, in wen man sich verliebt? © Francisco Carrodeguas/ Imago

Verlieben: Wer ein ähnliches Hormonlevel hat, steht aufeinander

Und natürlich spielen auch die Hormone eine große Rolle, in wen wir uns verlieben. Die Anthropologin Helen Fisher hat sehr viel zum Thema Verliebtheit und Liebe geforscht. Und herausgefunden, dass es ganz bestimmte Persönlichkeitsmerkmale gibt, die wichtig sind für‘s Verlieben. Und zwar die, welche von den Hormonen Östrogen, Testosteron, Dopamin und Serotonin beeinflusst sind.

So beeinflussen diese Hormone laut Helen Fisher unser Wesen:

Helen Fisher hat herausgefunden, dass sich vor allem Menschen ineinander verlieben, deren Hormone in einer ähnlichen Vielfalt im Körper sind, sagt die Psychologin Fanny Jimenez in einem Interview mit der Zeitung Welt. Menschen, die sehr viel Dopamin in sich tragen, also offen und neugierig sind, würden sich in Menschen verlieben, die ebenfalls sehr viel Dopamin in sich tragen. „Das Gleiche gilt für Serotonin“, so Fanny Jimenez. Bei Testosteron und Östrogen sei das genau andersrum. „Also durchsetzungsstarke Testosterontypen suchen sich eher kooperative Östrogentypen und andersherum.“

„Letzten Endes sind viele Prozesse, die beim Verlieben eine Rolle spielen, einfach sehr biologisch, sie spielen also auch bei anderen Säugetieren eine Rolle. Und deswegen passiert das meiste davon unbewusst“, sagt Jimenez.

Wir können also nur bedingt bewusst steuern, wen wir lieben und wer uns liebt. Vielleicht sollten wir also auf die Evolution und Biologie vertrauen. Was zusammenpasst, wird sich schon früher oder später finden.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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