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Vitamin-D-Mangel und Corona-Risiko: US-Studie widerlegt Zusammenhang

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Von: Kristina Wagenlehner

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Es besteht doch kein Zusammenhang: Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel erhöht nicht das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Sagt eine US-Studie.

New York – Kleinere Studien hatten zuvor auf einen möglichen Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D-Mangel und einem erhöhten Infektionsrisiko mit dem Coronavirus hingewiesen. Allerdings wurden dabei viele Faktoren, die das Corona-Risiko beeinflussen, nicht berücksichtigt. Zudem wurde der Vitamin-Status oft entweder sehr lange zuvor oder aber erst im Zuge der Covid-19-Erkrankung gemessen. Es ist also nicht sicher, ob der gemessene Mangel erst infolge der Infektion entstand.

Vitamin-D-Mangel und Corona-Risiko: Wie die Studie nun zu dem neuen Ergebnis kam

Die aktuelle US-Studie wurde im Fachmagazin „Jama Open Network“ veröffentlicht. Insgesamt wurden über 18.000 Daten aus einem Mitarbeiter-Gesundheitsprogramm aus den Jahren 2019 und 2020 analysiert. Die Probanden waren zwischen 37 und 56 Jahren alt, etwa zwei Drittel davon waren Frauen. Vor Pandemie-Beginn hatten demnach rund 60 Prozent der Untersuchten ein unzureichendes Vitamin-D-Level (weniger als 30 Nanogramm pro Milliliter) und weitere rund 25 Prozent sogar ein mangelhaftes (weniger als 20 Nanogramm pro Milliliter).

Bei rund fünf Prozent der Probanden wurden im Untersuchungszeitraum Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachgewiesen. Zwar hatten die Mitarbeiter und Angehörigen, die positiv getestet wurden, im Schnitt ein niedrigeres Vitamin-D-Level als die negativ getesteten. Wurden jedoch Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Ethnizität, Body-Mass-Index, Blutdruck, Raucherstatus und Wohnort mit einberechnet, ergaben sich keinerlei Zusammenhänge. So hatten zum Beispiel deutlich übergewichtige Menschen (BMI ab 30), Männer und Frauen mit Bluthochdruck, Raucher sowie Mitarbeiter und deren Partner ohne Hochschulabschluss im Schnitt häufiger einen Vitamin-D-Mangel. Das Fazit der Studie: Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel ist kein Risikofaktor für eine Covid-19-Erkrankung. Anders sieht es bei dem Corona-Risikofaktor „männlich“ aus.*

Vitamin-D-Mangel und Corona-Risiko: Infektion könnte Messwert beeinflussen

Zu den Einschränkungen der neuen Analyse zählt den Autoren zufolge, dass sich nicht alle Corona-Infektionen über Antikörper nachweisen lassen – unter anderem, weil diese nach gewisser Zeit schwinden. Eine Aussage über die Schwere von Covid-19-Erkrankungen in Abhängigkeit vom Vitamin-D-Status trifft die Studie nicht.  

Vitamin-D-Mangel und Corona-Risiko: BfR warnt vor Vitamin-D-Präparaten

Im Internet wurde in letzter Zeit viel für Vitamin-D-Präparate geworben: Sie sollen eine Infektion mit dem Coronavirus oder einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung verhindern können. Dafür gibt es bisher keine wissenschaftlich gesicherten Belege. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt immer wieder vor den gesundheitlichen Risiken von höher dosierten Vitamin-D-Präparaten. Bei stetig zu hohem Vitamin-D-Level im Körper drohen Symtpome und Gesundheitsschäden wie:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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