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Alles zu Vitamin-D: Schützt Sonne vor einem Mangel? Wer sollte Vitamin-D-Präparate einnehmen?

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Von: Jasmina Deshmeh

Ein Mann sitzt auf einem schneebedeckten Berg auf einem Schlitten und sonnt sich (Symbolbild).
Wer nicht regelmäßig im Winter sonnenbadet, produziert häufig zu wenig Vitamin-D (Symbolbild). © Westend61/imago-images

Vitamin-D-Mangel, also ab in die Sonne? Ganz so einfach ist es leider nicht, denn Sonnenbaden ist immer auch ein Gesundheitsrisiko. Was Sie zu gesundem Sonnenbaden, Vitamin-D-Mangel und dessen Behandlung wissen müssen.

Berlin – Vitamin-D ist vielen auch als „Sonnen-Vitamin“ bekannt. Tatsächlich bezeichnet Vitamin-D eine ganze Gruppe an Vitaminen, die für unseren Körper unverzichtbar sind und für deren Produktion er Sonne braucht. Gleichzeit besteht beim Sonnenbaden immer die Gefahr eines gefährlichen Sonnenbrands. Was Sie zur Vitamin-D-Produktion wissen müssen, wie Sie einen Mangel erkennen und wann es sinnvoll ist, zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen.

Alles zu Vitamin-D: Was ist Vitamin-D und wofür ist es wichtig?

Unter Vitamin-D wird eine Gruppe fettlöslicher Vitamine (Calciferole) zusammengefasst. Die wichtigsten Formen sind nach Angaben des Robert Koch-Institut (RKI) Vitamin D2 (Ergocalciferol) und Vitamin D3 (Cholecalciferol). Der Mensch benötigt Vitamin-D für den Knochenstoffwechsel und für die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm sowie ihren Einbau in den Knochen (Knochenmineralisierung). Vitamin-D ist auch an anderen Stoffwechselprozessen beteiligt, zum Beispiel der Bildung von Proteinen bzw. der Gen-Steuerung. Diese Erkenntnis führte in den letzten Jahren immer wieder zu der Vermutung, dass Vitamin-D die Entstehung chronischer Krankheiten verhindern könnte. Zwar gibt es laut RKI Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Versorgung und Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 sowie Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems und Krebs, eine kausale Verbindung konnte bisher aber nicht nachgewiesen werden.

Alles zu Vitamin-D: Wie kommt Vitamin-D in den Körper?

Der Mensch bildet Vitamin-D unter Einfluss von Sonnenlicht in der Haut. Im Gegensatz zu dieser körpereigenen Bildung spielt die Vitamin-D-Aufnahme durch die Ernährung laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nur eine untergeordnete Rolle  (10 bis 20 Prozent). Allerdings ist die Fähigkeit, Vitamin-D durch Sonneneinstrahlung zu bilden, von Mensch zu Mensch verschieden ausgeprägt und hängt unter anderem von Alter, Hautdicke und Haut­typ, warnt die Stiftung Warentest. Auch das Wetter und die geografische Lage sind entscheidend.

Fehlt die körpereigene Vitamin-D-Bildung oder ist sie nur gering ausgeprägt (zum Beispiel im Winter), empfehlen die Experten der DGE sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder und Jugendliche, eine Zufuhr über das Essen von 20 Mikrogramm pro Tag. Vitamin-D-haltige Lebensmittel sind zum Beispiel fetter Seefisch, bestimmte Innereien, Speisepilze und Eier.

Alles zu Vitamin-D: Wann besteht ein Vitamin-D-Mangel und wie entsteht er?

Ein Vitamin-D-Mangel kann durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden. Dabei wird die Konzentration von 25-Hydroxyvitamin-D im Blutserum bestimmt. Von einem Mangel sprechen Experten laut der DGE bei einer Serumkonzentration von weniger als 30 Nanomol pro Liter Serum (30 nmol/l). Dies entspricht 12 Nanogramm pro Milliliter Serum (12 ng/ml). Bei mindestens 50 Nanomol pro Liter Serum spricht man von einer guten Versorgung.

Der Grund für einen Vitamin-D-Mangel ist in unseren Breitengrade meist eine zu niedrige Vitamin-D-Bildung durch den Körper. Für diese sogenannte „Eigensynthese“ brauchen wir laut RKI UV-B-Strahlen mit einer Wellenlänge von 290 nm bis 315 nm, die bei uns aber nur von März bis Oktober vorkommen. Normalerweise kann der Körper in dieser Zeit Vitamin-D-Reserven im Muskel- und Fettgewebe anlegen, von denen er im Winter zehrt. Verschiedene äußere Faktoren können aber auch im Sommerhalbjahr der ausreichenden Vitamin-D-Produktion im Wege stehen, zum Beispiel der moderne Lebenswandel (zu wenig Aktivität im Freien), Luftverschmutzung, Wetterverhältnisse oder die Kleidung. Hinzu kommt, dass Vitamin-D-haltige Lebensmittel eher selten auf unserem Speiseplan stehen.

Alles zu Vitamin-D: Wie wirkt sich ein Mangel auf die Gesundheit aus?

Ein Mangel an Vitamin-D kann sich nach Angaben des RKI vor allem auf die Knochengesundheit auswirken:

Alles zu Vitamin-D: Schützt Sonne vor einem Mangel?

Wer einem Vitamin-D-Mangel vorbeugen möchte, sollte laut aktueller Empfehlung zwischen März und Oktober zwei- bis dreimal in der Woche Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutz der Sonne aussetzen. Doch Vorsichtig: Intensives Sonnenbaden stellt ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für die Haut dar. Die Haut sollte deshalb nur halb so lange mit der Sonne in Kontakt kommen, wie es dauern würde, bis ein Sonnenbrand entsteht. Allerdings lässt sich dieser Zeitraum meist nur schwer abzuschätzen. Pralle Mittagssonne ist deshalb besser zu meiden. Außerdem sollte das Sonnenbad von der Jahres­zeit, Wetterlage, Höhen­metern, Wassernähe, Breitengrad, Tages­zeit und Haut­typ abhängig gemacht werden, mahnt die Stiftung Warentest.

Bei längerem Aufenthalt ist es sowohl im Sommer, als auch im Winter wichtig, auf ausreichend Sonnenschutz zu achten. Vor allem bei Kindern und bei sensibler Haut, die zu Lichtdermatosen oder Sonnenallergien neigt. Auch im Schatten oder bei bewölktem Himmel bildet die Haut Vitamin-D, es muss also nicht immer die direkte Sonneneinstrahlung sein.

Alles zu Vitamin-D: Für wen sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?

Wer nachweislich an einem Vitamin-D-Mangel leidet und diesen weder über die Eigensynthese im Freien, noch über die Ernährung ausgleichen kann, sollte mit seiner behandeln Ärztin oder dem behandelnden Arzt über die Einnahme von Supplementen (Nahrungsergänzungsmitteln) sprechen. Von einer vorsorglichen Einnahme von Vitamin-D-Präparaten rät das RKI dagegen ab, da durch die Speicherung im Muskel- und Fettgewebe auch zu viel Vitamin-D eingenommen werden kann. Eine akute oder schleichende Überdosierung kann wiederum zu einer Vergiftung führen. Sie äußert sich durch Symptome, wie:

Bestimmte Personengruppe sind besonders von einem Vitamin-D-Mangel gefährdet. Dazu zählen beispielsweise Senioren oder Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, die nicht mobil sind und sich überwiegend in geschlossenen Räumen aufhalten, sowie Menschen, die (zum Beispiel aufgrund ihrer Religion9 große Teil ihrer Haut bedeckt halten. Hinzu kommt, dass die Fähigkeit des Körper, Vitamin-D zu bilden, im Laufe des Lebens abnimmt. Auch Babys haben ein erhöhtes Risiko, da sie in der Regel nicht der direkten Sonne ausgesetzt sind. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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