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Giftige Inhaltsstoffe: Verbraucherzentrale warnt vor Antibeschlagmitteln für Brillen

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Von: Jasmina Deshmeh

Eine junge Frau mit blonden Haare und kariertem Schal trägt eine Gesichtsmaske und schließt die Augen hinter beschlagenen Brillengläsern (Symbolbild).
Brillenträger kennen das lästige Phänomen: Kaum hat man die Maske aufgesetzt, beschlagen die Brillengläser (Symbolbild). © imago images / Michael Weber

Ist es draußen kalt, können die Brillengläser beim Aufsetzen der Gesichtsmaske beschlagen. Chemische Antibeschlagmittel versprechen Besserung. Doch die Mittel können der Gesundheit schaden, warnen Verbraucherschützer.

Düsseldorf – Einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, gilt als wichtige Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Für Brillenträger gibt es dabei allerdings oft ein Problem: Ist es draußen kalt, beschlagen die Brillengläser beim Aufsetzen der Maske und der Träger sieht nichts mehr. Im Handel werden deshalb verschiedene Antibeschlag-Mittel in Form von Sprays, Gel, Schaum oder Tüchern angeboten. Oft enthalten diese allerdings Substanzen, die der Gesundheit und der Umwelt schaden, warnt die Verbraucherzentrale.

Antibeschlagmittel für Brillen: Giftige Chemie sorgt für den Effekt

Verantwortlich für den Antibeschlag-Effekt sind die in den Produkten enthaltenen und teilweise schädlichen PFAS* (Per- und Polyfluoralkyl-Substanzen). Wegen ihrer fett-, wasser- und schmutzabweisenden Wirkung stecken sie häufig auch in Imprägniersprays, wasserdichter Outdoor-Kleidung und Kaffeebechern. PFAS umfassen nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) eine Stoffgruppe von mehr als 4700 Substanzen. Verteilen sie sich in der Umwelt, sind viele von ihnen nur schwer abbaubar und reichern sich in Pflanzen, Tieren und auch im menschlichen Körper an. Die EU-Kommission plant deshalb, den Einsatz der gesamten chemischen Stoffgruppe drastisch zu beschränken.

Antibeschlagmittel für Brillen: Woran erkennen Verbraucher, ob PFAS enthalten sind?

Verbraucher sollten besser einen Bogen um Antibeschlagmittel für Brillen machen, wenn in der Liste der Inhaltsstoffe Substanzen mit den Namensbestandteilen „-fluor„ oder „-fluoro„ aufgeführt sind. Auch Bezeichnungen wie „hydrophob„ oder „wasserabweisend„ in der Produkt-Beschreibung können auf PFAS hindeuten. Meist besteht das Problem jedoch darin, dass viele Hersteller die Inhaltsstoffe von Antibeschlagmitteln weder auf der Verpackung, der Produktbeschreibung im Internet, noch im Beipackzettel angeben. In diesem Fall raten die Verbraucherschützer dazu, das Mittel nicht zu kaufen. Haben Verbraucher Antibeschlagmittel zuhause, deren Inhaltsstoffe sie nicht kennen, sollten sie sie vorsorglich zur Schadstoffsammlung des lokalen Müllentsorgers bringen.

Antibeschlagmittel für Brillen: Vorsicht bei Kontaktallergien

Werden Brillen mit Antibeschlagmitteln behandelt, kommen auch die darin enthaltenen Substanzen intensiv mit der Haut in Kontakt. Wer zu Allergien neigt, sollte deshalb darauf achten, dass keine Konservierungsmittel im Antibeschlagmittel enthalten sind, denn einige von ihnen können Kontaktallergien auslösen. Kam es in der Vergangenheit bereits zu kontaktallergischen Reaktionen auf Konservierungsmittel, sollten Verbraucher die Inhaltsstoffe vor Gebrauch unbedingt mit ihrem Allergiepass abgleichen.

Antibeschlagmittel für Brillen: So bleiben die Gläser auch ohne Chemie klar

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie sich beschlagene Brillengläser durch Gesichtsmasken verhindern lassen. Ursache für die trüben Brillengläser ist die warme Atemluft, die an den Rändern der Maske vorbei nach oben entweicht und dort auf die kühlen Gläser trifft. Die Maske richtig zu tragen, hilft auch beschlagenen Gläsern vorzubeugen:

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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