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Fehler beim Wasserkochen: Gebrauchsanleitung warnt vor Restwasser

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Von: Laura Knops

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Die meisten Hersteller von Wasserkochern warnen vor dem wiederholten Erhitzen von Wasser. Aber ist die Sorge wirklich begründet?

München – Ein elektrischer Wasserkocher zum Kaffee oder Tee kochen, darf in keinem Haushalt fehlen. Häufig befindet sich allerdings noch Restwasser vom Vortag im Kocher. Statt das übrig gebliebene Wasser wiederzuverwenden, landet es bei den meisten Menschen im Abwasser. Zu groß ist die Angst vor möglichen Giftstoffen und Kalkablagerungen. Viele befürchten zudem, dass sich im Restwasser Bakterien bilden könnten. Doch ist das überhaupt notwendig?

Fehler beim Wasserkochen: Gebrauchsanleitung warnt vor Restwasser

Grundsätzlich können Wasserreste aus dem Wasserkocher auch nach mehrmaligem Aufkochen noch getrunken werden, wie Anja Schwengel-Exner von der Verbraucherzentrale Bayern gegenüber dem Bayerischen Rundfunk erklärt. Ob das Wasser ein zweites Mal aufgekocht werden kann, hängt allerdings ganz davon ab, wie lange es bereits im Kocher steht.

Fehler beim Wasserkocher: Kann man bereits erhitztes Wasser wiederverwenden?
Fehler beim Wasserkocher: Kann man bereits erhitzen Wasser wiederverwenden? (Symbolbild) © agefotostock / Imago

Schon beim einmaligen Kochen verändert sich die chemische Zusammensetzung des Wassers. Wird das Wasser im Kocher erhitzt, lösen Gase wie Sauerstoff und Kohlendioxid. Die Folge: Der Gehalt an Kalzium und Magnesium sinkt und es kann sich Kalk am Boden des Wasserkochers absetzen. Diese Prozesse haben jedoch keinerlei Auswirkungen auf die Qualität des Wassers – auch nicht beim erneuten Aufkochen.

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Fehler beim Wasserkochen: Grenzwerte werden keinesfalls überschritten

Nur, wenn das Wasser mehrere Stunden im Wasserkocher bleibt, können sich ungewünschte Stoffe bilden. Denn je länger sich das Wasser im Kocher befindet, umso mehr Schadstoffe können sich theoretisch darin ansammeln. Neben Bakterien und Keimen aus der Luft können sich beim ständigen Erhitzen und Abkühlen möglicherweise auch winzige Kunststoffteilchen und Weichmacher aus Kunststoffgeräten lösen. Bei Edelstahlkochern kann zudem Nickel ins Wasser übergehen, wie Recherchen des NDR-Verbrauchermagazins „Markt“ ergaben. Die meisten Hersteller raten daher vor dem wiederholten Aufkochen von Wasser im Wasserkocher ab.

Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind bisher noch unklar. Grund zur Sorge müssen Verbraucher jedoch nicht haben. So sind die Bedenken laut Experten der Stiftung Warentest meist grundlos. „Die Rückstände sind, sofern sie überhaupt nachgewiesen werden, so minimal, dass Entwarnung gegeben werden kann“, so Stiftung Warentest. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kam bereits 2015 nach einer Untersuchung von Metallen in Küchengeräten zu dem Schluss, dass die gängigen Grenzwerte keinesfalls über-, sondern deutlich unterschritten werden. Und auch bei der Angst vor möglichen Bakterien gibt es Entwarnung: Durch das erneute Aufkochen können diese kaum überleben.

Fehler beim Wasserkochen: Ist kalkhaltiges Wasser ungesund?

Obwohl die Reste im Wasserkocher also gerade gesunden Erwachsenen nichts anhaben können, sollten vorerkrankte Menschen, Säuglinge und ältere Menschen lieber vorsichtig sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, rät Anja Schwengel-Exner von der Verbraucherzentrale Bayern daher dazu, das übrig gebliebene Wasser zum Blumengießen oder Bügeln zu verwenden.

Regelmäßiges Entkalken des Wasserkochers schützt zudem das Material und verringert das Risiko, dass sich beim Kochen Schadstoffe lösen. Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte, verwendet daher am besten einen Wasserkocher aus Glas oder Metall.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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