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Vorzeitige Wechseljahre: Wenn die Menopause in jungen Jahren einsetzt

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Bei deutschen Frauen setzt die Menopause durchschnittlich im Alter von 51 Jahren ein. Doch auch Jüngere sind betroffen. Vorzeitige Wechseljahre sind keine Ausnahme.

Frauen ab Mitte 40 müssen mit der Menopause rechnen. Wenn die Eierstöcke ihre Funktion schon vor dem 40. Lebensjahr einstellen, spricht man von “vorzeitigen Wechseljahren” (Klimakterium praecox). Laut der Deutschen Menopause Gesellschaft sind davon rund ein Prozent der Frauen betroffen. Bei 0,3 Prozent setzt der Prozess bereits vor dem 35. Lebensjahr ein. Doch was ist der Grund für dieses verfrühte Einsetzen? Das sollten Frauen über dieses Phänomen wissen.

Menopause und Wechseljahre

Frau mittleren Alters
Frau mittleren Alters © toxawww / IMAGO

Die Menopause bezeichnet die Zeit kurz vor und nach der letzten Periode. Im Schnitt sind Frauen in Deutschland 51 Jahre alt, wenn die Menopause einsetzt. In den Wechseljahren produzieren die Eierstöcke weniger Hormone. Dadurch bleibt der Eisprung häufiger aus und die Periode kommt nicht mehr regelmäßig vor, bis sie schließlich gänzlich endet. Dieser Vorgang ist biologisch gesehen nicht aufzuhalten. „Die Menopause bedeutet: Der Eizellvorrat in den Eierstöcken ist aufgebraucht“, erklärt Gynäkologin Dr. Katrin Schaudig im Gespräch mit der Apotheken Umschau.

Weshalb manche Frauen früher in die Menopause kommen, ist noch nicht eindeutig geklärt. „In 70 Prozent der Fälle finden wir keine Erklärung“, weiß Schaudig. Manchmal sei eine Autoimmunerkrankung schuld, bei der sich das Immunsystem gegen die eigenen Eizellen richtet. In seltenen Fällen liege ein Gendefekt vor, der den frühen Hormonrückgang erklärt.

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Anzeichen vorzeitiger Wechseljahre

Laut der Deutschen Menopause Gesellschaft ist der Beginn der Wechseljahre von 40 bis 88 Prozent genetisch bedingt. Das heißt: Bei betroffenen Frauen hatten meist schon die Vorfahren Probleme mit verfrühter Menopause. Der genaue Zeitpunkt der Menopause kann selbst von Ärztinnen und Ärzten nicht prognostiziert werden. „Natürlich kann man die hormonelle Situation einer Frau bestimmen und im Ultraschall Aussagen über den Eizellvorrat machen“, so die Gynäkologin Schaudig. Allerdings könne man daraus keine Prognose für die Zukunft ableiten.

Allerdings gibt es Symptome, welche auf verfrühte Wechseljahre aufmerksam machen können. Unter anderem nächtliches Schwitzen, Schlafstörungen, Hitzewallungen und das Ausbleiben der Periode können Indizien dafür sein. Ebenfalls typische Merkmale sind Scheidentrockenheit, Müdigkeit, Erschöpfung oder verringertes Lustempfinden. Wer unter diesen Symptomen leidet und eine erste Einschätzung haben möchte, kann den Wechseljahre-Test von „Tena“ nutzen.

Test- und Therapiemöglichkeiten

Hormonuntersuchungen sind das beste Mittel, um den eigenen Körperzustand zu überprüfen. Hierbei sind zwei Blutwerte entscheidend: Ist das Anti-Müller-Hormon (AMH) zu niedrig und das Follikelstimulierende Hormon (FSH) zu hoch, deutet alles auf das Einsetzen der Menopause hin. Doch auch hier ist Vorsicht geboten! „Ein Test allein ist aber niemals aussagefähig, dazu können die Werte einfach zu sehr schwanken“, sagte Professor Christoph Keck der Apotheken Umschau.

Beginnen die Wechseljahre bereits im frühen Alter, ist das noch kein Weltuntergang. Hormontherapien können helfen, die Symptome zu lindern. In diesem Fall werden Hormone ersetzt, die nicht mehr selbst produziert werden können. Ohne Therapie steigt das Risiko für Demenz, Parkinson, Herzkrankheiten oder Osteoporose. Die Behandlung dauert in der Regel bis zum normalen Menopausen-Alter, informiert das medizinische Portal „MSD Manual“.

Kinderwunsch und verfrühte Wechseljahre

Eine Schwangerschaft ist rein theoretisch so lange möglich, bis die Menstruation komplett aussetzt. In den Wechseljahren kommt es immer noch zu Eisprüngen, denn die Eierstöcke stellen die Funktion erst nach und nach gänzlich ein. Dieser Prozess kann Monate bis Jahre dauern. Daher ist auch in den Wechseljahren eine Schwangerschaft möglich. Erst mit der Menopause, also der letzten Monatsblutung, ist die fruchtbare Phase endgültig vorbei.

Im Laufe der Jahre nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung jedoch ab. Laut der Deutschen Menopause Gesellschaft beträgt die Wahrscheinlichkeit bei einer 20-Jährigen rund 60 Prozent. Bei einer 30-Jährigen liegt die Fekundabilität nur noch bei 30 Prozent, bei einer 40-Jährigen bei 1,2 Prozent. Dennoch sollten Frauen, die keine Kinder möchten, auch in den Wechseljahren vorsichtshalber weiterhin verhüten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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