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Weihrauch als Medizin? Darum soll er so gut gegen Rheuma helfen

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Von: Jasmin Pospiech

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Viele verbinden Weihrauch mit seinem charakteristischen Duft. Doch das Räucherwerk ist auch schon länger in der Medizin bekannt für seine heilenden Kräfte.

Jena – Die einen bekommen davon starke Kopfschmerzen, für die anderen riecht er gut: Weihrauch mag nicht jeder. Doch die meisten kennen das luftgetrocknete Gummiharz von klein auf. Schließlich kommt das Räucherwerk hierzulande oft bei Gottesdiensten zum Einsatz. Doch die wenigsten wissen, was Weihrauch eigentlich genau ist – und was er außer seinem unverwechselbaren Geruch alles kann.

Weihrauch als Medizin? Darum soll er so gut gegen Rheuma helfen

Stattdessen wird der beim Verbrennen entstehende Rauch auch heilkundlich eingesetzt. Das braungelbe bis rötlich braune Baumharz selbst wird aus mehreren Teilen der Welt aus verschiedenen Boswellia-Arten gewonnen und ist ein Gemisch aus ätherischen Ölen, Harzen, Schleim und Proteinen. Demnach kommt es aufgrund seiner angeblich heilenden Wirkung immer öfter in der modernen Medizin zum Einsatz.

Weihrauch-Harz in einer Schale (Symbolbild)
Weihrauch soll Forschern zufolge entzündungshemmende Stoffe enthalten. (Symbolbild) © Hans-Joachim Schneider/Imago

Hierbei werden Patienten mit diversen Erkrankungen wie Asthma, Neurodermitis oder Rheuma mit Weihrauch therapiert. Schließlich soll das pflanzliche Heilmittel stark entzündungshemmend wirken, berichtet sogar ein Forschungsteam der Universität Jena und der Louisiana State University in der Fachzeitschrift Nature Chemical Biology.

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Weihrauch als Medizin? Forscher finden Erstaunliches heraus

Verantwortlich für die Wirkung des Weihrauchs soll den Wissenschaftlern zufolge die darin enthaltene Boswelliasäure sein. Diese hat offenbar einen positiven Einfluss auf ein bestimmtes Enzym-Molekül namens 5-Lipoxygenase. „Seit mehr als 40 Jahren weiß man, dass dieses Enzym die Bildung von Leukotrienen fördert, einer wichtigen Gruppe von Entzündungsbotenstoffen im menschlichen Körper“, sagt Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Das Erstaunliche: Die Boswelliasäure des Weihrauchs dockt nicht direkt im Zentrum, sondern an einer weiter entfernten Stelle des Enzymmoleküls an. Mit überraschenden Folgen. „Das heißt, vereinfacht gesagt, der Weihrauchinhaltsstoff programmiert das Entzün­dungs­enzym zu einem entzündungsauflösenden Enzym um“, erklärt auch Jana Gerstmeier, eine der beiden Hauptautoren der Studie. Dank dieser neuen Erkenntnisse hoffen die Forscher nun darauf, dass in Zukunft eventuell neue Arzneistoffe für verschiedene Krankheiten entwickelt werden können. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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