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Windeln wechseln: Besser Ihr Baby um Erlaubnis fragen, sagt Pädagogin

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Von: Jasmin Farah

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Schreien, strampeln, weinen: Auf diese Weise zeigen Babys, wenn sie etwas nicht mögen. Eltern sollten laut einer Expertin bereits früh darauf achten.

München – Deanne Carson ist Sexualtherapeutin und hat mit einem Tipp für weltweites Aufsehen gesorgt. Nach einem Auftritt im amerikanischen Fernsehen ist die Australierin von aufgebrachten Eltern in den sozialen Netzwerken verhöhnt und beleidigt worden. Doch was ist passiert?

Anmerkung der Redaktion

Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Carson hat in einem Interview erklärt, dass man Kindern schon früh beibringen solle, dass sie sich ruhig äußern dürfen, wenn sie etwas nicht mögen oder nicht berührt werden wollen. Die Pädagogin geht sogar einen Schritt weiter und stellt bereits den Umgang mit Babys in den Mittelpunkt. Demnach erzählt sie im Interview mit dem US-Fernsehsender ABC News, dass man schon beim Wickeln von Babys ansetzen solle.

Babys wickeln: Darum sollten Sie um Erlaubnis fragen, sagt Pädagogin

Eltern sollten ihrer Meinung nach ihren Nachwuchs „fragen“, ob das für diesen okay ist, wenn sie die Windeln wechseln. Auf die Frage, wie das gehen solle, da Babys noch nicht sprechen können, erklärt sie, dass das auch nonverbal klappe. Bevor man also die Windeln wechselt, kann der Elternteil zuerst innehalten und den Augenkontakt mit dem Sprössling suchen. Dann sollte man am besten auf die Reaktion des Kindes warten: Fällt die positiv aus, könne man sich ans Werk machen, so die Pädagogin.

Ein Baby wird im Bett gewickelt.
Soll das Baby selbst bestimmen, wann es gewickelt wird? Das meint zumindest eine australische Therapeutin. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Das Video, das anschließend auf YouTube & Co. viral gegangen ist, hat für einigen Hohn und Spott in der Community gesorgt, wie hna.de berichtet. Und zwar so sehr, dass sich Carson schließlich genötigt gesehen hat, öffentlich einen Kommentar abzugeben, indem sie den Kontext erklärt.

Schließlich arbeitet die junge Frau für die Organisation „Body Safety Australia“. Deren Ziel ist es, über den sexuellen Missbrauch von Kindern aufzuklären und Letztere darin zu bestärken, selbstbewusster mit dem eigenen Körper umzugehen. Auch Eltern, Lehrer und Angehörige werden dabei geschult, das Kind als selbstbestimmtes Lebewesen wahrzunehmen.

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Babys wickeln: Mit Respekt begegnen

Denn ihrer Meinung nach achten Erwachsene die Grenzen und die Privatsphäre von kleinen Kindern nicht genug. Die Aufgabe besteht also darin, dass Erstere einen Respekt vor dem Körper des Kindes entwickeln. Dazu müssen allerdings zuerst die Reaktionen der Kinder ernst genommen werden.

Wenn also die Großmutter wieder einmal in die Backen kneift oder die Mutter an den Klamotten herumzupft und das Kind das nicht will, darf es das dann auch zeigen. Denn: Lässt es dieses „übergriffige“ Verhalten über sich ergehen, könnte sich das negativ auf die weitere Entwicklung des Kindes auswirken, so Carson weiter.

Babys wickeln: Wann Selbstbestimmung schwierig wird

Grundsätzlich ist die Idee dahinter, Kindern beizubringen, zu differenzieren, ob sie sich bei Berührungen unwohl fühlen oder nicht und sich dann auch trauen dürfen, etwas zu sagen, sehr löblich. Dennoch stellt sich auch die Frage, ob der Vergleich mit dem Windelwechseln in diesem Kontext hinkt.

Schließlich warnen Experten davor, dass, wenn die nassen und vollen Windeln nicht regelmäßig gewechselt werden, durch die Fäkalien und das Wundreiben ernsthafte Hautprobleme wie Ekzeme entstehen können. Das wiederum kann für das Baby sehr schmerzhaft sein, weshalb Eltern diese Grundbedürfnisse trotz möglichem Protest besser nicht ignorieren sollten. *Merkur.de und hna.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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