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Bald kommt wieder Zeitumstellung: „Immer ein Mini-Jetlag“

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Die Zeitumstellung raubt vielen Menschen den Schlaf. Biorhythmus und Hormonhaushalt werden nachweislich gestört, wie Studien belegen.

Es gibt wohl nicht viele Dinge, bei denen sich die Deutschen so einig sind, wie bei diesem Thema: der Zeitumstellung. In Deutschland wird zweimal im Jahr die Zeit umgestellt. Am letzten Sonntag im März werden mit dem Wechsel von Winter- zu Sommerzeit die Uhren vorgestellt, wir „verlieren“ eine Stunde sozusagen. Geht es über in die Winterzeit, gewinnen wir ab Ende Oktober wieder eine Stunde dazu, durch das Uhrvordrehen – juhu! Doch auch das kann den Biorhythmus vieler Menschen durcheinander bringen.

Zeitumstellung: Seit wann wird an der Uhr gedreht?

In Deutschland wurde die Sommerzeit bereits 1916 unter Kaiser Wilhelm II. eingeführt, bevor man sie dann in der Weimarer Republik wieder abschaffte. Bis in die 30er-Jahre lebten die Menschen in Deutschland das ganze Jahr über nach der mitteleuropäischen Zeit (MEZ) – der Winterzeit, die eigentlich die „normale“ Zeit ist. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs „tickte“ Deutschland wieder anders, denn es galt der Grundsatz: Mit einer gewonnenen Stunde an Tageslicht könne mehr Arbeitszeit ermöglicht werden.

Ab 1945 wurde die Zeitumstellung immer wieder abgeschafft und neu eingeführt, bis sie in Deutschland 1980 endgültig beschlossen wurde, als Folge der Ölkrise in den 1970er-Jahren. Argument damals: Mit der Zeitverschiebung sollte eine Stunde Tageslicht für Unternehmen und Haushalte gewonnen werden. Im Jahr 2022 wird in über 80 Ländern weltweit wieder die Uhr umgestellt*.

Erschöpfte Frau im Bett, die nicht aufstehen möchte. (Symbolbild)
Die alljährliche Zeitumstellung im Winter und Sommer gleicht für viele Menschen einem Jetlag. (Symbolbild) © Spectra/Imago

Zeitumstellung: „Es ist immer ein Jetlag“

Die Zeitumstellung bringt unsere sogenannte innere Uhr ganz schön durcheinander und ist „immer ein Mini-Jetlag, der unser fundamentales biologisches Programm beeinflusst, das dafür sorgt, dass unsere ganze Physiologie, unser ganzer Stoffwechsel tageszeitlich rhythmisch ist und optimal auf die Umweltbedingungen mit Licht und Dunkel eingestellt ist.“, berichtet der Chronobiologie Dr. Achim Kramer gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Zeitumstellung: Warum wird der Körper dadurch belastet?

Am Institut für Medizinische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München sind Chronobiologen dieser Frage im Rahmen einer Studie nachgegangen. Sie stellen fest, dass durch das zunehmende Licht aufgrund der gewonnenen Stunde, die Melatonin-Ausschüttung – das Hormon, das uns müde macht und beim Einschlafen hilft – gehemmt wird. Stattdessen produziere der Körper das anregende Cortisol oder Hydrocortison, das neben Adrenalin das bekannteste Stresshormon ist.

Das bedeutet letztlich, dass der Körper gestresst ist und die innere Uhr durch den neuen Rhythmus aus dem Gleichgewicht gerät. Diese Störung des gewohnten Lebensrhythmus ruft bei vielen Menschen gesundheitliche Probleme hervor, die auch in einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2020 bestätigt wurden.

Zeitumstellung: Schlafstörungen, Erschöpfung und Verdauungsprobleme können die Folge sein

Zeitverschiebungen können in erster Linie den Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander bringen. In zweiter Instanz wird dadurch die Konzentrationsfähigkeit, Denkleistung und Verdauung gestört. Der Jetlag zerrt an Kraft und Ausdauer und vermindert die Koordinationsfähigkeit. Die „innere Uhr“ des Menschen wird durch Hirnfunktionen und den Hormonhaushalt gesteuert. Bis sich der Körper an einen neuen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnt hat, können zwei bis fünf Tage vergehen, wie es aus dem Ärzteblatt hervorgeht. Mithilfe bestimmter Atem-Techniken lässt sich der Stress abbauen.

29 Prozent der rund 1.000 in der Forsa-Umfrage befragten Personen gaben an, nach dem Umstellen der Uhrzeit folgende Symptome erfahren zu haben:

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Babys und Kinder können ihre innere Uhr im Vergleich zu Erwachsenen deutlich schlechter anpassen, sie brauchen einen regelmäßigen Rhythmus. In der Forsa-Umfrage gab jede zweite Familie mit Kindern unter zwölf Jahren an, die Auswirkungen der Zeitumstellung an ihren Kindern zu bemerken. Die Kinder würden schlechter schlafen und seien dementsprechend tagsüber unausgeglichener sowie zum Teil gereizt.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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