Schutz vor Krebs durch mediterrane Kost? Das steckt dahinter

Fisch statt Braten – die mediterrane Küche ist bekannt für ihre Gesundheitsvorteile. Eine Studie legt dar, warum Sie sich für einen mediterranen Lebensstil entscheiden sollten.
Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Egal ob Brust-, Darm- oder Prostatakrebs: Die Heilungschancen sind dank des medizinischen Fortschrittes enorm hoch, sofern der Krebs frühzeitig erkannt wird. Krebs ist immer multifaktoriell: Gene, Umwelteinflüsse wie Schadstoffbelastung in der Luft, aber auch der Lebensstil entscheiden mit, ob es zu einer Krebserkrankung kommt. Und viele unterschätzen den Einfluss, den sie selbst auf ihr Krebsrisiko haben.
Würde das Zusammenspiel von Prävention und Früherkennung optimiert, könnten 50 bis 70 Prozent der Krebstodesfälle in Europa vermieden werden, wie aus einer Pressemitteilung des Klinikums Rechts der Isar in München hervorgeht. „Durch einen gesunden Lebensstil könnten 40 Prozent aller Krebserkrankungen verhindert werden. Körperliche Inaktivität, Übergewicht, ungesunde Ernährung, Genussmittel und Schutz vor UV-Strahlung sind beeinflussbare Risikofaktoren für Krebs“, gibt Professorin Renate Oberhoffer-Fritz von der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften an der TU München zu Bedenken.
Mit Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen gegen Krebs
Professor Dr. Karin Michels, Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie am Universitätsklinikum Freiburg, geht noch weiter: „Mindestens die Hälfte aller Krebsfälle wäre durch eine Umstellung des Lebensstils vermeidbar“, so die Epidemiologin. Die andere Hälfte der Krebserkrankungen sei genetisch bedingt. Doch auch diese Betroffenen könnten mit einer gesunden Lebensweise ihre Chancen beeinflussen sowie bei einer Erkrankung ihre Prognose verbessern, ist die Wissenschaftlerin überzeugt.
Ratgeber „Mediterrane Ernährung“ – jetzt PDF herunterladen!

Im „Ratgeber Mediterrane Ernährung“ finden Sie einen Überblick über die Lebensmittel, die die mediterrane Kost ausmachen – inklusive Rezepte. Ein Ernährungsmediziner erklärt, welchen Krankheiten Sie mit der mediterranen Ernährungsform vorbeugen können. Hier können Sie sich das kostenlose PDF herunterladen, abspeichern oder ausdrucken. Voraussetzung ist eine einmalige Registrierung bei unserem Medien-Login USER.ID.
Der mediterranen Ernährung kommt hier eine wichtige Rolle zu. Die pflanzenbasierte Mischkost basiert auf Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Olivenöl. Tierische Produkte wie Fisch und Fleisch kommen selten auf den Tisch, Fertiggerichte so gut wie nie. Diese Kombination an Lebensmitteln liefert besonders viele ungesättigte Fettsäuren, antientzündlich und antioxidativ wirksame sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Letztere senken nachweislich das Darmkrebsrisiko, wie unter anderem aus der Schweizer Fachzeitschrift Ars Medici hervorgeht. Auch die Deutsche Krebshilfe empfiehlt eine ballaststoffreiche Ernährung mit mindestens 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag. Ballaststoffe finden sich fast ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln und dort vor allem in Vollkorn-Getreideprodukten.
Die krebsvorbeugende Wirkung von sekundären Pflanzenstoffen ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) führt unter anderem folgende Pflanzenstoffe als antikanzerogen auf: Karotinoide, Polyphenole, Phytoöstrogene und Sulfide. Die krebsvorbeugenden Wirkungen würden über verschiedene Mechanismen erfolgen. Dazu zählen die entzündungshemmende Wirkung, die Aktivierung von Entgiftungsenzymen und die Inaktivierung freier Radikale, so der BDC.
Sie wollen weitere Fitness- und Ernährungstipps regelmäßig per E-Mail zugesendet bekommen? Dann registrieren Sie sich kostenlos für unseren Newsletter „Einfach fit!“.
Mediterraner Lebensstil senkt Studie zufolge Krebs-Sterblichkeitsrisiko
Nicht nur einzelnen Bestandteilen der Mittelmeerküche kann krebsvorbeugende Wirkung nachgewiesen werden, sondern auch dem gesamten Konzept. So zeigte ein Forscherteam um Mercedes Sotos Prieto von der School of Medicine der Universidad Autónoma de Madrid, dass ein mediterraner Lebensstil vor Krebs schützen kann. Ihren Studienergebnissen zufolge hatten Menschen, die einen mediterranen Lifestyle pflegten, ein um 28 Prozent geringeres Risiko, an Krebs zu versterben als Menschen, die keinen mediterranen Lebensstil hegten. Nicht nur die Ernährung wurde im Rahmen der Studie berücksichtigt, sondern auch für mediterrane Lebensart typische Routinen wie Zeit mit Freunden, Bewegung und ausreichend Ruhephasen.
Hier können Sie sich das kostenlose PDF „Ratgeber Mediterrane Ernährung“ herunterladen
Fazit: Es gibt einige Hinweise darauf, dass die mediterrane Ernährung tatsächlich dazu beitragen kann, das allgemeine Krebsrisiko zu senken. Sie allein bietet jedoch keinen vollständigen Schutz. Das Deutsche Krebsforschungszentrum formuliert es wie folgt: „Es ist sinnvoll, gesund zu essen, Übergewicht zu vermeiden und sich viel zu bewegen – auch wegen der Vorbeugung anderer Erkrankungen. Sollte trotzdem Krebs auftreten, so bedeutet dies nicht, dass man sich falsch ernährt oder wichtige Faktoren übersehen hat. Niemand ist ‚schuld‘ an seiner Erkrankung“.