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Übergewicht verhindern: Gemeinsames Essen hilft, überflüssige Kilos zu vermeiden

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Von: Christine Pander

Eine Familie sitzt gemeinsam am Tisch und isst (Symbolbild)

Gemeinsam am Tisch zu essen ist eine gute Prophylaxe gegen Übergewicht (Symbolbild) © Monkey Business 2/ imago

Gemeinsame Familienessen wirken sich positiv auf die Gesundheit und das Körpergewicht von Jugendlichen aus: Zu diesem Ergebnis kommt eine spanische Studie.

Barcelona – Während für manche Kinder Corona eine Verschlechterung in Bezug auf ihre Ernährungssituation bringt, weil vermehrt Fast Food und Softdrinks konsumiert werden und regelmäßige Mahlzeiten in Krippe, Kindergarten und Schule wegfallen, wirkt sich die Pandemie in Bezug auf die Ernährung für eine andere Gruppe sehr positiv aus. Einer spanischen Studie zufolge wird wieder häufiger in der Familie zusammen gegessen.

Prophylaxe gegen Übergewicht: In Gesellschaft wird langsamer gegessen

In geselliger Runde zu essen macht mehr Spaß als alleine, daher leuchtet das Ergebnis der Studie, die kürzlich im Fachmagazin „International Journal of Environmental Research and Public Health“ veröffentlicht wurde, durchaus ein: Wird gemeinsam am Tisch gegessen, haben Geselligkeit und Konversation zur Folge, dass langsamer gegessen wird. Den Jugendlichen wird laut den Forschern dadurch ermöglicht, ihr Sättigungsgefühl besser wahrzunehmen. .

Das habe unmittelbar zur Folge, dass der Entstehung von Übergewicht und Fettleibigkeit vorgebeugt wird. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit einer älteren US-Studie: Forscher aus Illinois haben bereits vor einiger Zeit herausgefunden, dass Kinder, die dreimal in der Woche gemeinsam mit der Familie essen, ein um zwölf Prozent geringeres Risiko für Übergewicht haben.

Weitere positiven Effekte des gemeinsamen Essen können verschiedenen Studien zufolge sein:

Gilt bei Tisch ein Handyverbot während des gemeinsamen Essens, wird der Effekt noch verstärkt. Konzentrieren sich etwa alle Familienmitglieder auf das Essen und die gemeinsamen Gespräche, kann auch die Menge der aufgenommenen Speisen reduziert sein: Durch Esspausen beim Sprechen verzögert sich generell die Nahrungsaufnahme, das Sättigungsgefühl kann besser wahrgenommen werden, das Ess-Tempo sinkt. Da Eltern und ältere Geschwister bei Tisch als Vorbilder gelten, übertragen sie das Verhalten beim Essen auf die Jüngeren.

Auch andere Studien hatten im Vorfeld bereits gezeigt, dass Familien, die häufig am Tisch gemeinsam essen, generell einen gesünderen Speiseplan haben als Vergleichsfamilien, in denen die Kinder oft alleine essen.* Ein Forscherteam der Universität von Illinois wertete beispielsweise Daten von insgesamt mehr als 180.000 Kindern und Jugendlichen aus. Ihr Fazit: Wer gemeinsam mit der Familie isst, nimmt mehr frische Früchte, Gemüse sowie faser- und calciumreiche Nahrungsmittel zu sich.

Prophylaxe gegen Übergewicht: Familien werden stärker durch gemeinsame Mahlzeiten

Gerade in Zeiten der Pandemie können die gemeinsam eingenommenen Mahlzeiten auch den Familienzusammenhalt und Familiensinn stärken: Der Austausch mit Heranwachsenden funktioniere besser, da ansonsten durch Distanzunterricht zu Hause, Home Office der Eltern und einem anderen Freizeitverhalten feste Zeiten für Gespräche schwerer planbar sind. Vielen Familien ist das gemeinsame Essen daher im Moment nach Angaben der Studienautoren besonders wichtig.

Familienessen können übrigens noch einen weiteren positiven Nebeneffekt haben: Laut einer Studie der Harvard’s Graduate School of Education können Kinder beim gemeinsamen Essen mit der Familie ihre Ausdruckfähigkeit und ihren Wortschatz erweitern. Kinder, die aktiv in die Unterhaltungen bei Tisch eingebunden werden, haben so die Möglichkeit, ihr Allgemeinwissen zu erweitern und zu lernen, wie man kulturell angemessen kommuniziert. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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