Rheumaerkrankungen schneller diagnostizieren: Eine App soll dabei helfen

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Von: Carina Blumenroth

Unter Rheuma sind mehr als 100 verschiedene Erkrankungen zusammengefasst. Gemein haben sie chronische Schmerzen. Eine App soll bei der Diagnose helfen.

Etwa siebzehn Millionen Menschen leiden unter chronischen Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat. Das können rheumatische und muskuloskelettale Erkrankungen sein, informiert der Bundesverband Deutsche Rheuma-Liga. Betroffen davon sind ältere Menschen, aber auch Kinder und Jugendliche. Wie bei vielen anderen Krankheitsbildern hängt ein guter Behandlungserfolg von der frühzeitigen Erkennung der Erkrankung ab. Eine neue App soll dabei helfen, die Schmerzen sichtbar zu machen.

Was ist Rheuma eigentlich?

Eine Frau hat Schmerzen im Handgelenk.
Sie haben chronische Schmerzen? Perspektivisch soll ein App rheumatische Erkanungen schneller erkennen. © BSIP/Imago

Rheuma sorgt dafür, dass die Gelenke im Körper dauerhaft entzündet sind. Betroffene merken das mal mehr, mal weniger stark, berichtet das Portal Patienten-information.de. Gründe für die Erkrankung sind unklar, Experten vermuten allerdings, dass einerseits die Körperabwehr schwach sein kann, andererseits gibt es auch erbliche Anlagen für Rheuma. Wird Rheuma nicht behandelt, kann sich die Erkrankung verschlimmern. Das zeigt sich beispielsweise dadurch, dass sich auch die großen Gelenke wie Knie und Schultern entzünden. Allerdings können sich Gelenke auch verformen. Frauen sind von rheumatischen Erkrankungen deutlich häufiger betroffen als Männer.

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Was sind typische Anzeichen für Rheuma?

Rheuma kann ganz plötzlich beginnen und in Schüben auftreten. Manchmal merken Betroffene gar nichts davon, während es in anderen Momenten stark auftritt. Folgende Anzeichen können beispielsweise auf Rheuma hindeuten:

  • Die Gelenke sind warm, gerötet und geschwollen.
  • Die Gelenke schmerzen und lassen sich nur wenig bewegen. Letztes passiert häufig morgens.
  • Sie haben wenig Kraft in den Händen.
  • Auch Müdigkeit, Schwäche, Appetitverlust oder Fieber können Anzeichen sein.

Rheuma-Erkennung: Wie eine App dabei helfen soll

Die App „Pain2D“ kombiniert eine verbesserte Erhebung von Schmerzen mit klinischen Daten und Laborwerten. Das soll zu einer schnelleren Diagnose von Rheumaerkrankungen beitragen. Abgebildet werden sollen in der App unter anderem die Schmerzintensität und spezifische Schmerzmuster, dafür wird „Pain2D“ derzeit weiterentwickelt. An dem Projekt arbeiten Forscher der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und die Medizinische Hochschule Hannover.

„Mit dieser Kombination der digitalen Schmerzerfassung mit klinischen Daten und Laborwerten schaffen wir ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen papierbasierten und auch digitalen Lösungen“, erklärt Ostfalia-Wissenschaftler Dr. Kai Vahldiek, Leiter des Projekt „LabVal4Pain2D“, in einer Pressemitteilung. Seit Februar arbeitet Vahldiek mit seinem Team an dem Projekt. Die Erweiterung der App ist der erste Schritt, im weiteren Vorgehen wird diese dann im Kollektiv mit Rheumapatienten evaluiert. „Anschließend werden diese Daten mit klinischen Daten und Laborwerten verbunden und durch Clusteranalysen, KI und Maschinelles Lernen verarbeitet“, sagt Vahldiek. Ziel ist es, Rheumaerkrankungen besser klassifizieren zu können, um eine schnellere Diagnose zu stellen und somit die Patientenversorgung zu verbessern. Perspektivisch soll das Verfahren auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt werden können. Das Projekt läuft drei Jahre.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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