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Corona-Impfung für Kinder: Wie sehen das die Eltern?

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Von: Kristina Wagenlehner

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Nachdem die STIKO nun die Corona-Impfung für Kinder empfiehlt, sind viele Fragen offen: zu Impfstoffen und Nebenwirkungen. Aber wollen sie die Eltern denn überhaupt?

Berlin – Es gab Druck von vielen Seiten, trotzdem hat die STIKO (Ständige Impfkommission) lange keine Impfempfehlung für Kinder ab zwölf gegen das Coronavirus ausgesprochen. Doch bereits davor hatten viele Eltern eine klare Meinung darüber, ob sie ihr Kind impfen lassen oder nicht.

Corona-Impfung für Kinder: Biontech und Moderna als Impfstoffe

Die STIKO hat lange Zeit keine Impfempfehlung gegen das Coronavirus für Kinder ab zwölf Jahren ausgesprochen. Das hat sie nun geändert. Bisher galt die Empfehlung nur für Kinder mit Vorerkrankungen wie Diabetes, da sie ein höheres Risiko für schwerere Covid-19-Verläufe haben. Geschah diese Änderung auf Druck der Politik? Nein. Bisher lagen der STIKO nicht genügend Daten vor, um eine Empfehlung auszusprechen. Neue Daten aus anderen Ländern, vor allem den USA, haben nun bestätigt, dass bei Kindern ab zwölf Jahren kaum Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung zu erwarten sind. Auch ein Münchner Experte sieht „viele sinnvolle Argumente“, die für die Impfung sprechen.*

Für Kinder ab zwölf Jahren hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen. Wer vorhat, sein Kind in der kommenden Zeit gegen andere Krankheiten zu impfen, sollte darauf achten, dass zwischen den jeweiligen Impfterminen immer vier Wochen liegen. Eltern sollten priorisieren, welche Impfung am wichtigsten ist. Bei der Zeckenimpfung gegen FSME genügt es beispielsweise erst im Frühjahr und gegen Grippe im Herbst impfen zu lassen.

Corona-Impfung für Kinder: Viele Eltern sind dafür

Soll ich mein Kind gegen Corona impfen lassen? Eine Umfrage zeigt, wie viele Eltern dazu bereit sind und welche Rolle eine STIKO-Empfehlung dabei spielt. Auftraggeber war die Krankenkasse pronova BKK, die im Juli 1.000 Erwachsene mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt befragte. Zu dem Zeitpunkt hatte die STIKO noch keine Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren ausgesprochen.

Das Ergebnis der Umfrage: Sechs von zehn Eltern würden ihr Kind gegen Corona impfen lassen, wenn ein Impfstoff für die entsprechende Altersgruppe zugelassen ist – einige davon sogar ohne eine Empfehlung der STIKO. Zwölf Prozent der Befragten hatten sich jedoch nach eigenen Angaben noch keine Gedanken zu diesem Thema gemacht.

Die Umfrage ergab außerdem, dass Eltern auch bei anderen Impfentscheidungen auf die STIKO vertrauen. 84 Prozent geben an, dass ihre Kinder nach STIKO-Empfehlung durchgeimpft sind. Zudem würden mehr als drei Viertel eine Impfpflicht zumindest für einige der Standardimpfungen wie Tetanus oder Polio befürworten. 44 Prozent sprachen sich dafür aus, den gesamten STIKO-Impfkalender für Kinder zur Pflicht zu machen.

Corona-Impfung für Kinder: Welche Nebenwirkungen bei Kindern möglich sind

Wer sich dafür entscheidet, sein Kind impfen zu lassen, hat in der Regel nur leichte und lokale Nebenwirkungen zu erwarten. Diese Impfreaktionen sind bei einem Kind nach einer Corona-Impfung normal:

In der Regel hatten die Jugendlichen, die bisher bereits geimpft wurden, keine Beschwerden. Das lässt jedoch keine Aussage über die Wirksamkeit der Impfung zu. Allerdings muss man laut Dr. Dominik Ewald vom Berufsverband Kinder- und Jugendärzte darauf hinweisen, dass bei jungen Männern eine sehr leichte Form der Herzmuskelentzündung (Myokarditis) bekannt ist. In diesem Fall lautet seine Empfehlung: Ruhe bewahren, zum Arzt gehen, bei hohen Temperaturen keinen Sport machen und den Körper schonen. (Mit Material der dpa)

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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