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Anti-Aging mit Traubenkernextrakt? Laut Forschern kann es das Altern verlangsamen

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Von: Jasmin Farah

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Wissenschaftler konnten bei Mäusen das Altern aufhalten – mit Traubenkernextrakt. Gelingt das bald auch bei uns Menschen?

Shanghai – Es ist seit jeher ein ungeschriebenes Gesetz: Der Mensch wird geboren, er wird älter und am Ende stirbt er. Denn seine Körperzellen arbeiten im Laufe des Lebens nicht mehr so reibungslos wie am Anfang und sterben mit der Zeit sogar ab. Dieser Verfall zeigt sich bei vielen körperlich wie auch geistig. Man bekommt graue Haare, die Haut wird trockener, altersbedingte Krankheiten wie Alzheimer, Diabetes und Co. nehmen zu.

Anti-Aging mit Traubenkernextrakt? Laut Forschern kann es das Altern verlangsamen

Diese alternden Zellen werden in der Forschung auch als seneszent beschrieben. Schon länger arbeiten Wissenschaftler daran, diese zu verstehen und mithilfe ihrer Erkenntnisse Therapien und Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Denn die seneszenten Zellen haben den Nachteil, dass sie, wenn sie sich anhäufen, die Funktion von gesunden und jugendlichen Zellen um sie herum einschränken. Ein entsprechender Therapieansatz könnte demnach das Altern verlangsamen und eine Verjüngung der Zellen und ein langes Leben fördern.

Ein älteres Paar macht ein Picknick. Er füttert sie mit Trauben. (Symbolbild)
Trauben enthalten Antioxidantien, die für ihre Anti-Aging-Wirkung bekannt sind. (Symbolbild) © Westend61/Imago

In der Vergangenheit haben Wissenschaftler eine Wirkstoffgruppe identifizieren können, sogenannte senolytische Arzneimittel, die vielversprechend klingen. Diese sollen gealterte Zellen quasi auflösen. Chinesische Forscher des Shanghai Institute of Nutrition and Health wollen jetzt eine weitere mögliche Substanz gefunden haben, mit denen sie das in Studien an Mäusen erreicht haben.

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Und zwar geht es um einen sekundären Pflanzenstoff aus dem Traubenkernextrakt, welcher auch Procyanidin C1 (kurz PCC1) genannt wird. Dabei handelt es sich um ein natürliches Flavonoid, das in den Untersuchungen in höheren Konzentrationen nicht nur die Lebensdauer verlängern, sondern auch die allgemeine Gesundheit der Mäuse verbessern konnte. Die Ergebnisse hat das Team um Studienleiter und Professor Yu Sun in der Fachpublikation Nature Metabolism vorgestellt.

Für ihre Untersuchungen haben die Wissenschaftler drei Experimente mit Mäusen durchgeführt. Im ersten haben sie die Nagetiere einer beinahe tödlichen Dosis an Strahlung ausgesetzt, um das Altern der Zellen voranzutreiben. Diese sollen daraufhin viele graue Haare und abnormale Körpermerkmale entwickelt haben. Eine Gruppe der Mäuse wurde anschließend mit PCC1 behandelt, die andere nicht. Das Ergebnis: Bei den Mäusen, die PCC1 bekamen, sollen sich die Merkmale nicht nur wieder normalisiert, sondern diese sollen auch am Ende weniger seneszente Zellen sowie Biomarker, die damit verbunden sind, aufgewiesen haben.

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Die andere Mäuse-Gruppe ohne PCC1 hingegen soll bei Körperfunktionstest schlechter abgeschnitten und an Muskelkraft verloren haben. Bei den Mäusen, die PCC1 erhalten haben, ist genau das Gegenteil eingetreten, zudem hatten sie am Ende bessere Überlebenschancen.

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Im zweiten Experiment haben ältere Mäuse alle zwei Wochen für vier Monate entweder PCC1 verabreicht bekommen oder ein Placebo. Auch hier soll das Team festgestellt haben, dass die Nagetiere, die PCC1 erhalten haben, im Gegensatz zur Kontrollgruppe keine seneszenten Zellen mehr in den Nieren, der Leber, den Lungen und der Prostata aufgewiesen haben. Stattdessen sollen sie sich in Tests, was Beweglichkeit, Koordination und Muskelkraft angeht, stark verbessert haben. Im dritten Versuch haben die chinesischen Forscher untersucht, welchen Effekt PCC1 auf die Lebensdauer alter Mäuse hat.

Hier stellte sich am Ende ebenfalls heraus, dass die Mäuse, die mit PCC1 behandelt wurden, länger gelebt haben als die Placebo-Gruppe. Insgesamt soll sich die Lebensdauer von ersteren nach der Behandlung im Vergleich zur Kontrollgruppe um 64,2 Prozent verlängert haben. Das zeige, so die Forscher abschließend, dass auch Ältere und bereits Erkrankte von einer Behandlung mit PCC1 profitieren könnten.

Allerdings betonen die Forscher auch, dass es weitere klinische Studien brauche, um herauszufinden, ob sich die Ergebnisse auch auf Menschen übertragen lassen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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