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Brennnesselpulver: Warum das Superfood vom Straßenrand sehr gesund ist

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Von: Kristina Wagenlehner

Brennnesselpulver ist das heimische Superfood frisch vom Straßenrand. Wie Sie es herstellen und warum es so gesund ist, erfahren Sie hier.

München – Unschuldig wachsen Sie am Straßenrand und knistern im Wind. Wer sie aber berührt, wird mit Brennen, Kribbeln und roten Quaddeln bestraft. Die Brennnesselpflanze hat jede Menge gesunder Inhaltsstoffe, die sie wohl lieber für sich behalten möchte.

Brennnesselpulver: Brennnesseln roh und als Pulver essbar

Kommt man der Brennnessel zu nah, sondern die feinen Härchen auf den Blättern Stoffe wie Histamin und Ameisensäure ab. Das führt zu den namensgebenden Symptomen. Wenn Sie Brennnesseln im Garten haben, entsorgen Sie sie auf keinen Fall.* Roh können die Blätter als Salat oder Beilage gegessen und die Samen als keckes Topping verwendet werden. Ein Tipp zur Zubereitung: Rollern Sie kurz mit einem Nudelholz über die Pflanze, dann brechen die Brennhärchen und die Gefahr ist gebannt. Wenn Sie ein Pulver herstellen, halten sich die Inhaltsstoffe über Monate. Wenn es draußen kalt ist und nichts mehr wächst, haben Sie trotzdem ein frisches Powerfood im Haus. Besonders gut schmeckt es als Smoothie mit Früchten oder im Müsli.

Brennnesselpulver: So stellen Sie es her

Wenn Sie auf Nesseljagd gehen, ziehen Sie am besten Handschuhe an. So vermeiden Sie das unangenehme Brennen. Für Brennnesselpulver eignen sich am besten junge Brennnesselköpfe, da sie noch besonders viel Eisen, Kalzium und Magnesium enthalten. Bevor Sie die Blätter waschen, breiten Sie sie am besten im Freien aus, dann können eingesammelte Insekten entfliehen. Dann ab ins Wasserbecken und das Wasser in einem Sieb abtropfen lassen. Um Brennnesselpulver herzustellen, müssen die Blätter jetzt getrocknet werden. An einem warmen Sommertag können Sie die Pflanzen auf der Terrasse oder dem Balkon im Schatten trocknen lassen. Wichtig ist, dass sie bei unter 40 Grad Celsius im Schatten liegen. Wer keine Terrasse oder Balkon besitzt oder es über Tage nur regnet, kann die Brennnesseln in einem Dörrautomaten oder dem Backofen bei unter 40 Grad Celsius trocknen lassen. Die trockenen Pflanzen dann einfach mit einem Mixer pulverisieren und luftdicht aufbewahren. Das Pulver hält sich zwischen zehn und zwölf Monate oder auch länger. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob es noch gut ist: Machen Sie den sensorischen Test. Schnuppern Sie am Pulver. Wenn es müffelt, besser nicht mehr verwenden. Aber warum ist die Brennnessel eigentlich gesund?

Brennnesselpulver: Die positiven Wirkungen der Brennnessel auf die Gesundheit

Die Brennnessel ist reich an:

Vor allem die jungen Brennnesselblätter haben eine deutlich höhere Nährstoffdichte als ältere Pflanzen. Gegen welche Beschwerden die Brennnessel helfen kann, hängt davon ab, welche Pflanzenteile verwendet werden. In den Blättern befinden sich beispielsweise Flavonoide. Diese sekundären Pflanzenstoffe erhöhen die Harnausscheidung. Die wassertreibende Wirkung durchspült Harnleiter, Blase und Harnröhre und kann Erreger, die zu einer Blasenentzündung oder anderen Harnwegsinfekten führen, ausschwemmen. Besonders Allergiker können von der Brennnessel profitieren. Außerdem konnten Forscher im Labor feststellen, dass Brennnesseln antientzündlich wirken. Ob das Kraut gegen entzündliches Rheuma oder Arthrose helfen kann, ist aber noch offen.

Brennnesselpulver: Achtsam verwenden

Da die Inhaltsstoffe von Pflanzen unterschiedlich hoch konzentriert sein können, sollten Sie Kräuter, die Sie selbst sammeln, achtsam einnehmen. Zu hohe Konzentrationen oder Kombinationen mit anderen Inhaltsstoffen können beispielsweise allergische Reaktionen hervorrufen. Wer unter einer eingeschränkte Herz- oder Nierenfunktion leidet, die zu Wassereinlagerungen führt, darf Brennnessel nicht anwenden. Bei gesundheitlichen Problemen sollte zudem vor der Anwendung ein Arzt zurate gezogen werden.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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