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Alkohol-Mythen im Fakten-Check: Fünf häufige Irrtümer über das Genussmittel

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Von: Laura Knops

Alkohol verdunstet beim Kochen, üppiges Essen verhindert einen Kater und alkoholhaltige Getränke wärmen den Körper? Mythen rund um das Genussmittel gibt es viele. Welche stimmen und welche nicht?

München – Das Trinken alkoholischer Getränke ist nicht nur stark in unserer Kultur verankert. Alkohol zählt neben Tabak auch zu den beliebtesten Alltagsdrogen hierzulande. Wenn es um Alkohol geht, sind Trinkweisheiten daher nicht weit. So gibt es zahlreiche Tipps, wie man einen alkoholreichen Abend gut übersteht oder am nächsten Tag nicht allzu sehr leidet. Doch was ist dran an den Mythen rund um das Thema Alkohol? Wir klären fünf gängige Irrtümer auf.

Mythen-Check: Alkohol verkocht beim Kochen

Egal ob in bestimmten Soßen, Risotto oder Glühwein: Viele Gerichte werden mit Alkohol verfeinert und bekommen so ein besonderes Aroma. Dass der Alkohol beim Kochen verdampft, ist jedoch ein Mythos. Zwar verdunstet Alkohol ab einer Temperatur von 78 Grad Celsius schneller als Wasser. Beim Kochen verbinden sich die Alkoholmoleküle allerdings mit Fett. Das führt dazu, dass selbst nach einer Kochzeit von 15 Minuten immer noch 40 Prozent des Alkohols im Essen vorhanden sind. Wer keinen Alkohol zu sich nehmen möchte oder darf, sollte daher besser auf mit Alkohol verfeinerte Speisen verzichten*, wie Merkur.de berichtet. Je größer die Menge und je hochprozentiger der Alkohol ist, desto mehr ist laut Verbraucherzentrale Bayern im Essen zu finden.

Mythen-Check: Wer zu viel trinkt, büßt Gehirnzellen ein

Dass zu viel Alkohol den Gehirnzellen schadet, stimmt nur bedingt. Denn auch wenn das Artikulieren unter Alkoholeinfluss nicht immer gut funktioniert oder der Gang unsicherer wird, bedeutet das nicht, dass das Gehirn Schaden nimmt. So stört Alkohol als direkte Wirkung lediglich die Kommunikation zwischen den einzelnen Gehirnzellen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass hemmungsloses Trinken keine Folgen für das Gehirn hat. Wer dauerhaft zu viel Alkohol zu sich nimmt, riskiert Leberschäden und einen Vitamin-B-Mangel. Die Folge: Eine hohe Konzentration an Ammoniak im Blut, die toxisch auf die empfindlichen Gehirnzellen wirkt und sie tatsächlich absterben lässt.

Mythen-Check: Alkohol wärmt den Körper von innen

Wer einen Schnaps trinkt, um sich warm zu halten, tut seinem Körper keinen Gefallen. Denn auch wenn Alkohol zunächst ein wohltuendes und wärmendes Gefühl erzeugt, entziehen alkoholische Getränke dem Körper sogar Wärme. Grund dafür ist, dass Alkohol die Blutgefäße erweitert – das sorgt erst mal für ein Wärmegefühl. Fließt das Blut aus dem Körperinneren schneller in die Arme und Beine, gibt der Körper jedoch mehr Wärme ab und die Körpertemperatur sinkt – bei einer halben Flasche Wein sogar um ein halbes Grad.

Mythen-Check: Durcheinander trinken verstärkt den Kater

„Bier auf Wein, das lasse sein – Wein auf Bier, das rat‘ ich dir?“ Stimmt nicht! Beim Alkoholkonsum kommt es nicht auf die Reihenfolge an, sondern vielmehr auf die Menge. Wer allerdings durcheinander trinkt, nimmt nicht selten mehr Alkohol zu sich, als er denkt. Denn bleiben wir den ganzen Abend nur bei einem Getränk, wird das irgendwann ganz schön langweilig für unsere Geschmacksnerven – unser Durst lässt nach.

Mythen-Check: Fettiges Essen verlangsamt die Wirkung des Alkohols

Auch diese Aussage stimmt nur teilweise. Eine üppige Mahlzeit vor dem Trinken verhindert nicht, dass Alkohol ins Blut und damit ins Gehirn gelangt. Richtig ist allerdings, dass fettiges Essen diesen Vorgang verzögern kann. Denn Fette bedecken die Magen- und Darmschleimhaut und verlangsamen so zunächst die Aufnahme des Alkohols ins Blut. Bei leerem Magen gelangt der Alkohol hingegen schneller in die Blutbahn. Wer vor hat, Alkohol zu trinken, sollte daher nicht auf ein ausgiebiges Abendessen verzichten. Aber: Wer gut gegessen hat, sollte sich nicht in Sicherheit wiegen und die Wirkung des Alkohols unterschätzen. Denn auch wenn die Wirkung verzögert wird, über kurz oder lang nimmt der Körper den Alkohol auf. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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