Wie mit einem dementen Menschen umgehen? Neben Routinen im Alltag sind Verständnis und Geduld wichtig
Eine Demenz-Diagnose verändert das Leben des Betroffenen und der Familie komplett. Es kann helfen, wertvolle Alltagstipps für den Umgang mit der Erkrankung zu kennen.
Die Diagnose einer Demenzerkrankung, ob Frontotemporale Demenz, vaskuläre Demenz, Parkinson-Demenz oder Alzheimer, ist in der Regel ein Schock für Betroffene und Angehörige zugleich. Neben der Betreuung des Erkrankten stehen auch die Nahestehenden vor einer komplett veränderten Alltagssituation. Es geht nicht nur um die Veränderungen im Wesen und Verhalten des geliebten Menschen, sondern auch um die Herausforderungen und manchmal Überforderungen bei der Gestaltung des Alltags. Angehörige sollten wissen, wie sie in bestimmten Situationen anders oder besser reagieren können, um den Alltag des Demenz-Erkrankten zu erleichtern. Auch der Austausch mit anderen Demenz-Betroffenen kann eine große Hilfe sein.
Demenz-Diagnose: Worauf Sie im Alltag achten sollten

- Informieren Sie sich als beteiligte Familienmitglieder über das Krankheitsbild der Demenz, um den Prozess der Erkrankung besser zu verstehen, Veränderungen anzupassen und die Freuden des Betroffenen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.
- Vermeiden Sie Auseinandersetzungen im Alltag mit der an Demenz erkrankten Person und lösen Sie Konflikte durch Ablenkung.
- Nehmen Sie sich Zeit für ruhige Momente mit dem Demenzkranken, sprechen Sie einfühlsam und auf der Gefühlsebene und beginnen Sie das Gespräch mit einer wertschätzenden Aussage.
- Halten Sie die Familie näher zusammen und suchen Sie nach kleinen Freuden im Alltag, um Ihren erkrankten Angehörigen abzulenken und eine entspannte Umgebung mit geregeltem Tagesablauf zu schaffen.
- Unterstützen Sie den Betroffenen in seinen Aktivitäten, indem Sie gemeinsam Aufgaben erledigen oder diese ab einem bestimmten Zeitpunkt der voranschreitenden Demenz-Erkrankung übernehmen, jedoch mit Erklärungen und Ankündigungen, um das Gefühl der Bevormundung zu vermeiden.
- Fördern Sie das Langzeitgedächtnis Ihres Nahestehenden durch den regelmäßigen Austausch von positiven Erinnerungen und dem Betrachten von Familienfotos, um positive Emotionen bei den Demenz-Betroffenen zu erhalten.
- Als gesunde Angehörige können Sie Ihrem erkrankten Familienmitglied Orientierung geben, indem Sie klare Anweisungen in einzelnen Schritten geben, einfache Fragen stellen und Hilfsmittel wie Hinweisschilder, einen Kalender, große Uhren und einen Rollator nutzen, um die Sicherheit und Mobilität zu verbessern.
- Zeigen Sie Verständnis und Geduld in schwierigen Situationen und Gesprächen mit Ihrem an Demenz erkrankten Familienmitglied, da ihr Verhalten nicht mit Absicht geschieht, sondern auf Impulsivität und fehlende Kontrolle zurückzuführen sein kann. Bleiben Sie ruhig, kommunizieren Sie klar und langsam mit einfachen Sätzen, wiederholen Sie Informationen und geben Sie ausreichend Zeit zur Reaktion.
- Bleiben Sie als Angehöriger eines Demenzkranken gelassen, nehmen Sie so gut es geht Aggressionen und Gefühlsschwankungen nicht persönlich, suchen auch Sie sich Hilfe bei Bedarf.
- Um Gefahren zu verringern, sollten Menschen mit fortgeschrittener Demenz davor geschützt werden, das Zuhause verlassen zu können, indem beispielsweise die Haustür von innen zugesperrt wird und andere Familienmitglieder darüber informiert werden. Auch potenzielle Stolperfallen oder Gefahrenquellen im Haus sollten reduziert werden.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.