Obst, Gemüse und Brot liegt auf einem Tisch (Symbolbild).
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Mit dem Verzicht auf bestimmte Lebensmittel können Reizdarmpatienten die Symptome lindern (Symbolbild).

FODMAP-Diät

FODMAP-Diät: Diese Lebensmittel sollten Reizdarmpatienten meiden

  • Jasmina Deshmeh
    vonJasmina Deshmeh
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Die FODMAP-Diät kann Beschwerden von Patienten mit Reizdarmsyndrom lindern. Der Verzicht auf fermentierbare Kohlenhydrate kann Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall reduzieren. Lesen Sie jetzt alles zur FODMAP-Diät.

  • FODMAPs: Warum kurzkettige Kohlenhydrate den Darm reizen
  • So funktioniert die FODMAP-Diät
  • Diese Lebensmittel sollten Reizdarmpatienten meiden

Berlin – Die FODMAP-Diät soll Verdauungsbeschwerden von Patienten mit Reizdarmsyndrom lindern. Die Abkürzung FODMAP steht für fermentierbare Oligosaccaride, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole, die in vielen Nahrungsmitteln enthalten sind. Zu diesen kurzkettigen Kohlenhydraten zählen unter anderem Fructose, Fruktane, Laktose, Galaktose und Zuckerersatzstoffe wie Sorbit, Xylit und Maltit. FODMAPs sind nicht schädlich, stehen aber im Verdacht, einen gereizten Darm zu belasten und gastrointestinale Symptome wie Blähungen und Durchfall auszulösen. Die Erkenntnisse der FODMAP-Diät basieren auf einer Studie australischer Wissenschaftler, die die Diät an 30 Patienten mit Reizdarm getestet haben. Bei 70 Prozent der Betroffenen zeigte sich eine signifikante Besserung der Gesamtbeschwerden. 

FODMAP-Diät mit einem Arzt abklären

Bevor Patienten eine FODMAP-Diät durchführen, sollten sie das Vorgehen unbedingt mit ihrem Arzt besprechen. Zunächst sollten Nahrungsmittelunverträglichkeiten und eine Zöliakie durch einen Test ausgeschlossen werden, da sie häufig ähnliche Symptome hervorrufen wie das Reizdarmsyndrom. Typische Symptome für das Reizdarmsyndrom sind laut den S3-Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) in Berlin Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl (Blähbauch), Durchfall und Verstopfung. Zudem treten die Beschwerden über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten auf und stehen häufig in Verbindung mit Stress.

Patienten mit einer schweren Darmentzündung sollten in jedem Fall mit ihrem Arzt sprechen, ob eine medikamentöse Basistherapie sinnvoll ist. Um sicherzugehen, dass es aufgrund der starken Einschränkungen zu keiner Mangelernährung kommt, sollte die Diät immer von einem Experten begleitet werden. 

Warum hilft die FODMAP-Diät bei einem Reizdarm?

Patienten mit Reizdarmsyndrom kann die FODMAP-Diät Erleichterung verschaffen. Hintergrund ist, dass FODMAPs im Dünndarm schlecht oder gar nicht resorbiert werden, und nahezu unverändert in den Dickdarm gelangen. Dort werden sie von Darmbakterien fermentiert. Bei diesem Gährprozess entstehen Gase wie Methan, Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff sowie kurzkettige Fettsäuren, die zu unangenehmen Blähungen, Völlegefühl (Blähbauch) und Bauchschmerzen führen können. Wird der Druck der Gase zu groß, kann zudem Magensäure aufsteigen und die Speiseröhre reizen, was Betroffene als Sodbrennen wahrnehmen. Zudem ziehen kurzkettige Kohlenhydrate aufgrund ihrer hohen Wasserbindungskapazität Flüssigkeit in den Darm. Eine höhere Transportgeschwindigkeit des Stuhls, häufige Stuhlgänge mit weicherem Stuhl oder Durchfälle (Diarrhoen) sind die Folge.

FODMAPs sind für alle Menschen schwer verdaulich. Aufgrund der Überempfindlichkeit des Darms (viszerale Hypersensitivität), der gestörten Motilität (krampfartige Darmbewegung) sowie einer veränderten Darmflora reagieren Reizdarmpatienten auf FODMAPs aber besonders empfindlich. Die FODMAP-Diät heilt das Reizdarmsyndrom zwar nicht, sie kann den Darm aber entlasten und die Beschwerden reduzieren.

In welchen Lebensmitteln sind FODMAPs enthalten?

In vielen Lebensmitteln sind gleich mehrere Oligosaccaride, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole enthalten. Das macht es besonders schwierig, auf sie zu verzichten. Entscheidend ist jedoch nicht nur welche, sondern auch wie viele FODMAPs über den Tag verteilt gegessen werden. Nahrungsmittel, in denen große Mengen FODMAPs enthalten sind:

  • Fermentierte bzw. kurzkettige Kohlenhydrate: Weißbrot und Weizennudeln
  • Oligosaccharide: Bestimmte Gemüsessorten, z.B. Kohl, Bohnen, Erbsen, Pilze, Spargel, Zwiebel, Knoblauch, Lauch und Rote Beete
  • Disaccharide: Milchprodukte wie bestimmte Käsesorten, Milch, Joghurt, Sahne, Milchpulver und Quark
  • Polyole: Süßstoffe und Zuckerersatzstoffe, z.B. in Softdrinks, Süßigkeiten und Heißgetränken

Wie lange sollte die FODMAP-Diät durchgeführt werden?

Bei einer FODMAP-Diät sollten Reizdarmpatienten zunächst sechs bis acht Wochen möglichst vollständig auf FODMAP-haltige Lebensmittel verzichten. Bessern sich die Beschwerden in diesem Zeitraum, können nach und nach wieder kurzkettige Kohlenhydrate in einer Low-FODMAP-Diät in den Speiseplan integriert werden. Um einen Überblick zu gewinnen, welche FODMAPs Beschwerden verursachen, können Patienten die Symptome in einem Symptom-Tagebuch dokumentieren. Werden Nahrungsmittel nicht vertragen, lohnt es sich, die Verträglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zu testen. 

Ergänzende Tipps zur FODMAP-Diät: Die Verdauung bei Reizdarm unterstützen

Neben dem Verzicht auf FODMAP-haltige Lebensmittel können Betroffene mit einfachen Maßnahmen die Darmfunktion und den Effekt der FODMAP-Diät unterstützen: Leichte Unterbauchmassagen und Wärme (z.B. durch eine Wärmflasche) können die Darmmuskulatur und Bauchmuskulatur entspannen. Außerdem regt reichlich Flüssigkeitszufuhr die Darmfunktion an. Reizdarmpatienten sollten deshalb besonders darauf achten, mindestens zwei Liter am Tag zu trinken. Am besten eignen sich Mineralwasser und ungesüßte Tees. Ebenfalls wichtig für eine gesunde Darmfunktion ist regelmäßige Bewegung. Hier eignen sich Ausdauersportarten wie Wandern, Schwimmen, Radfahren oder Sportarten, die gezielt die Bauchmuskulatur beanspruchen. 

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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