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Krebs-Prophylaxe: Deshalb sollten Kinder möglichst auf Zucker und Fructose verzichten

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Von: Christine Pander

Viele bunte Süßigkeiten sind vor blauem Hintergrund zu sehen (Symbolbild)
Kinder lieben Süßigkeiten. Für einen gesunden Darm wäre es jedoch besser, zu verzichten (Symbolbild) © Scerpica/ mago-images.de

Kinderprodukte und Fruchtsäfte enthalten oft ziemlich viel Zucker. Wird davon in jungen Jahren zu viel gegessen, kann sich das später auf die Darmgesundheit auswirken.

Köln – Das sich hoher Zuckerkonsum auf Gewicht und Zahngesundheit von Kindern auswirken kann, ist bekannt. Eine große internationale Studie, die kürzlich im Fachjournal Nutrients veröffentlicht wurde, hat nun ergeben, dass hoher Zuckerkonsum in jungen Jahren zudem die Entstehung von Darmkrebs im Erwachsenenalter begünstigen kann.

Krebs-Prophylaxe: Zusammenhang zwischen Zucker und Veränderungen im Darm entdeckt

Vor allem Fruchtzucker und gesüßte Getränke stehen den Ergebnissen nach im Zusammenhang mit der Entwicklung von sogenannten Adenomen im Darm, insbesondere im Dickdarm, erklärt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Diese Adenome können sich zu Karzinomen weiterentwickeln. Nicht ganz so ausgeprägt, aber ähnlich, waren die Ergebnisse für den Zuckerverbrauch insgesamt. Für die Experten ein Argument dafür, den Zuckerkonsum in der Kindheit zu reduzieren und sehr genau im Blick zu behalten.

„Diese Studie liefert ein weiteres Argument dafür, den Zuckerkonsum in der Kindheit zu reduzieren. Dass sich zu viel Zucker negativ auf den Stoffwechsel, das Gewicht und die Zahngesundheit auswirkt, ist lange bekannt“, sagt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Problematisch sei, dass gerade in der Kindheit die Vorliebe für Süßes stark ausgeprägt ist. „Derzeit verzehren Kinder in Deutschland etwa dreimal so viel Zucker wie sie maximal sollten, also etwa 5 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr“, schreibt der BVKJ in einer Pressemitteilung.

Krebs-Prophylaxe: Bei Kinder auf zuckerreduzierte Kost achten

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht sich dafür aus, dass Kinder sich erst gar nicht an eine hohe Zuckerzufuhr und den damit verbundenen Süßgeschmack gewöhnen sollen. So seien gerade für Kinder beworbene Lebensmittel oft stark zuckerhaltig. Insbesondere Fruchtzucker (Fructose) wird wegen seiner stärkeren Süße häufiger in verarbeiteten Lebensmitteln verwendet, so auch der BVKJ.

Und gerade dieser kann den Forschern zufolge die Krebsbildung beeinflussen, indem er die Darmflora verändert. Gerade hohe Dosen oder ständiger Nachschub von Fruchtzucker können die Resorptionsleistung des Dünndarms überfordern, sodass dieser bis in den Dickdarm gelangt. Zudem vermuten die Forscher, dass jugendliche Körper aufgrund von Wachstum sowie hormonellen und Stoffwechselveränderungen auf eine hohe Zuckeraufnahme besonders empfindlich reagieren.

Krebs-Prophylaxe: Tipps für eine gesunde Ernährung

Ein weiteres Problem: Kinder legen mit einem zu hohen Zuckeranteil in der Ernährung auch zu viel Gewicht zu. Um Übergewicht bei Kindern zu verhindern, sind folgende Aspekte wichtig:

Nach Angaben der European Society for Paediatric Gastroenterology Hepatology and Nutrition (ESPGHAN) sollte bei Kindern ab 2 Jahren die täglichen Kalorienzufuhr in Form von Zucker nicht mehr als etwa 5 Prozent sein. Für einen 10 bis 13-jährigen Jungen, der rund 1900 kcal pro Tag verzehrt, wären das maximal 95 Kcal in Form von Zucker. Das sind weniger als 25 Gramm pro Tag und entspricht knapp fünf gestrichenen Teelöffeln Zucker.

Zuckerverzicht hat noch einen weiteren, sehr relevanten Vorteil: Er dient zugleich der Kariesprophylaxe. Denn schon sehr früh im Leben eines Menschen werden die Weichen dafür gestellt, ob die Zähne gesund sind und bleiben.

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Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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